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Im Juni 1996 fand die 1. GORE-BIKE-TROPHY im schweizerischen Grindelwald statt. Sie ist und bleibt aufgrund ihrer Einzigartigkeit sicherlich für alle aktiv teilnehmenden Biker(innen) unvergesslich. Die 2. GORE-BIKE-TROPHY in diesem Jahr (1997), vom 30. Mai bis 7. Juni, sollte deshalb nicht besser und schöner werden, sondern nur anders. Das wurde sie dann auch. Die Location in Riva am Gardasee war schnell gefunden. Organisation, Management und Sponsoren waren 'alt bewährt' und so stand der Pkw-Anreise nichts mehr im Wege. Als Treffpunkt wurde Gilching nahe des Starnberger Sees ausgewählt. Nach einer zünftigen bayrischen Brotzeit mit Weisswurst und Weizenbier, bei Tom & Nori, ging es Richtung Brenner.

Von hier an nahm das Schicksal seinen Lauf: die Mitfahrer(innen) waren mehr als angeheitert und hörten laute Musik; die vorderen Bremsscheiben am Golf qualmten und stanken; die Sonne schien auch nicht am Gardasee und die Surfer hatten keinen Wind mehr. Zu allem Überfluß mußten Tom & Jens auch noch im Wohnzimmer schlafen. Von dem Wunsch getragen, am Lago ein Bike-Festival abzubrennen, wurde am Sonntag gestartet.



Der Regen schien wie vom Titelsponsor GORE bestellt. Nach kurzem briefing und warnenden Worten des Tour Managers wurde Richtung Monte Baldo gestartet. In der Tourenplanung für die sechs teilnehmenden Teams (CANNONDALE-Plage, da drei Teams) hieß es nüchtern: DOSSO DEI ROVERI (Nr. 16); 30,8 Km; 3:40 Std; 1.125 Hm



Mittelschwere Tour! Nach längerer Asphaltstraßen-Auffahrt eine traumhafte Route mit Querung der gesamten Altissimo-Flanke, hoch über dem Gardasee. Idyllische Waldwege und –pfade, herrliche Trails, fast permanentes Lago-Panorama. Nach dem Aufstieg auf der Teerstraße ging es dann endlich cross country. In dem Moser-bike-guide heißt es dann nur noch: '...geradeaus Ri. 'Navene' bleiben, diesem Schotterweg stets hinab in den Ort und dort den Asphaltstraßen stets bergab bleibend bis zur Mündung am Gardaseeufer folgen.'



Nach einem kurzen Photostopp ging es dann down to the lago. Der Übermut war schnell verflogen, denn die 'herrlichen Trails' hatten es in sich: Andreas, unser österreichischer TECH PRO hero, wollte als erster das Fliegen lernen. Jens, die Nr. 1 und Fahrer für das SPECIALIZED FACTORY TEAM, machte insgesamt vier Mal einen 'ungewollten bunny hop'. Ariane, Simone und Thomas hatten auch mit den Tücken der Abfahrt zu kämpfen.



Am schwersten erwischte es Jürgen, den heimlichen Favoriten auf seinem gelben CANNONDALE. Für einen Moment die Augen und Sinne bei seiner attraktiven Ariane und schon kam das böse Erwachen. Diagnose vor Ort: Verdacht auf Armbruch. Das Entsetzen bei allen, die Schmerzen und der Schock speziell bei den Gestürzten, waren riesengroß. Von nun an wurde die gesamte Wochenplanung über den 'berühmten Haufen' geworfen. Anstelle eines leckeren Tiramisu und Cappucinos besuchten Ariane & Jürgen das Hospital in Riva und Malcesine.

Nachdem es Jürgen beim Eingibsen seines Armes immerhin mit fünf Italienern aufgenommen hatte, gönnte er sich für den Rest der Woche die ungewollte Ruhe. Flexibel wie der Cannondale-Rahmen wurde kurzfristig alles neu geplant; shopping, sightseeing und Romeo & Julia in Verona. Die Touren wurden verschoben und nur noch mit halber manpower gefahren.



Beim absoluten highlight der Tour, der Tremalzo 3-Route, waren aber fast alle wieder an Board. Tom & Jürgen machten sich einen schönen Tag und der Rest quälte sich im Regen die 38 Km und ca. 1.700 Hm. Es überrascht nicht, das sich die Frauen und Männer vor dem gemeinsamen Mittagessen auf dem Tremalzo-Gipfel im Nebel aus den Augen verloren. Wenngleich die geplanten Touren am Monte Baldo und Monte Casale ersatzlos gestrichen werden mußten, sorgten Jack und seine Freunde doch für viel Spaß gute Laune Gemäß dem Motto 'Des einen Freud`, des anderen Leid' gab es überraschende Sieger bei der 2. GORE-BIKE-TROPHY. Ariane siegte mit ihrem UNIVEGA bei den Damen. Andreas, ein hoffnungsvolles Talent (Hall of Tremalzo) aus der Alpenrepublik, war ihr Pendant bei den Herren. Den Gesamtsieg errang, eine allerdings nicht mehr ganz junge Fahrerin, Simone. Ihr Wechsel zum CANNONDALE-TEAM und ihr neuer Manager müssen ungeahnte (Bike-)Kräfte freigesetzt haben. Von der Klasse-Leistung der Gesamtsiegerin konnte sich auch der local hero, Jens, überzeugen. So versöhnte die letzte Tour am Freitag, am Passo Roccetta, den doch wieder genesenen Favoriten.

Allen Siegern gebürt daher ein ganz herzlicher Glückwunsch!

Jürgen Giesecke wäre nicht 'unser Jürgen', würde er nicht so positiv denken. Es verwundert daher auch keinen, das er bereits für 1999 ein Quartier hat reservieren lassen.

'Bella Italia, wir kommen. Lago di Garda, die Zweite!'

von Jens Boose