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Gore Bike Trophy VI

Ronda Grande
2004
o1. - o6. September
Die Biker in alphabethischer Reihenfolge:
Jens BOOSE
Michael ELLINGER
Jürgen GIESECKE
Peter HAFFNER
Jens MACHINIA
Olaf SEYNSCHE


Anreise: Am Dienstag den 31.08.04, Michaels Geburtstag ! , ging es morgens um 07 Uhr offiziell in Emmern los, das die Startzeit nicht ganz so eingehalten wurde ist nicht weiter von Belang.

Wir sind mit zwei Fahrzeugen unterwegs und halten während der Autobahnfahrt über Handys den Kontakt miteinander - manchmal bricht dieser zwar durch Funklöcher oder aktivierte Mailboxen ab, das aber nur temporär. Das Wetter macht allerhand Kapriolen, wir sind aber guten Mutes als wir durch Süddeutschland fahren, die Sonne scheint! Je weiter wir uns aber unserem Startort nähern, desto grauer wird der Himmel.

In Lajen angekommen, schaffen wir es kaum trocken vom Auto ins Hotel Andechserhof zu kommen - also erst einmal die Zimmer inspizieren und ein kühles Weizen trinken, dies wurde frisch vom Fass gezapft und sollte an diesem Abend nicht das letzte sein . Zur "Lagebesprechung" hatten sich Jensemann und Olaf was ganz besonderes ausgedacht, Jensemann verteilte für alle Teilnehmer ein T-Shirt mit Namen, Bikemarke und der kompletten Tourdarstellung, es wurde abgestimmt, dass wir dieses Shirt am letzten Abend, nach der hoffentlich glücklichen Ankunft in Lajen/St. Peter, zum Abschlussessen anziehen wollten.

Nun hatte Olaf noch etwas parat, als TourenGuide hatte er sich die letzten Wochen intensiv dem Kartenstudium hingegeben und sich wohl irgendwann gedacht, falls einer der Jungs mal verloren gehen sollte, kann sich ein "Roadbook" als sehr nützlich herausstellen, somit kamen wir alle in den Genuss die komplette Tour auf handlichen, eingeschweißten Tourabschnittskarten ausgehändigt zu bekommen > beiden noch mal ein dickes Danke dafür !

Die Bikes mussten wir dann doch noch unter zu Hilfenahme von Regenschirmen aus den Autos holen, das zusammenbauen und checken fand dann in der Garagenscheune des Hotels statt - unser Geburtstagskind Michael hatte noch einen Hac 4 von seiner Andrea bekommen, der kurzerhand installiert wurde, das Bedienungsheft ( Buch ) hatte er sich zwar mit auf`s Zimmer genommen, aber ob er alles hat lesen/verstehen können ?!?! J weiß ich nicht- dafür trumpfte er später mit einem extra für die Tour einstudiertem Song auf, der uns immer wieder aufmunterte, zumindest kann ich das von mir behaupten. Beim Abendessen wurden wie immer Storys vergangener Taten vorgetragen und alle machten sich mit etwas gemischten Gefühlen über das leckere Essen her. Jensemann fand einen interessierten Gesprächspartner am Nachbartisch und meinte, den kenn` ich doch ??? klar, nach etwas Zeit war klar wer da saß und sehr wissend von der Ronda Grand erzählte, es war "der Alois" den wir alle aus der Mountain Bike kannten, er war in dem Bericht seinerzeit mehrfach erwähnt und auch abgebildet, damals schon über fünfzig hat er die Tour geschafft und machte uns "Mut" indem er meinte der erste Tag sei der härteste - na, schau`n wir mal.

1. Etappe: LAJEN - TIERS "Über den Schlern" nach Achim Zahn Mittwoch 01.09.2004 Start: o8.15 Uhr Ankunft: 19 Uhr


Wir verließen Lajen in Richtung St.Peter und mussten 2 Kilometer nach dem Start feststellen, dass die vorabendlichen Absprachen nicht ganz fruchteten, also noch mal zurück und die vergessene Dämpferpumpe holen. Es ging runter in das Grödnertal und bald hieß es rechts ab, 800 hm zur Seiseralm. Die Strecke brachte schon mal einen netten Vorgeschmack auf längere Asphaltanstiege in den Alpen , doch nach einiger Zeit kam jeder in seine Rhythmus und es ging stets bergan, später ging der Weg dann in eine Schotterpiste über und führte auch an Kuriositäten vorbei, soll heißen ein mitten im Wald, an optisch exponierte Lage, platzierte sich ein keramisches Produkt der Firma V & B - allerdings war es nicht an die Kanalisation angeschlossen ?! Oben angekommen empfing uns neben Peter eine grüne Alm mit weitem Panorama, wir nahmen erst einmal einen Gipfelcappucino zu uns und machten uns dann so motiviert auf den weiteren Weg.
Es sollten wieder mal 800 hm sein, die diesmal aber über unwegsamere Strecken führten und schon mal den einen oder anderen Fluch erlaubten. Über die Ritsch Schwaige und dem Mahlknechtjoch ging es hoch zu Thierser-Alpi-Hütte, diese erreichten wir schiebend und etwas im WolkenNebelDunst auf 2440 m über NN - die Pasta schmeckte allen um so besser, da wir glaubten jetzt geht es fast nur noch gerade oder bergab. Doch Olaf wusste es besser und mahnte zum Aufbruch, wir mussten noch zu den Schlernhäusern, die lagen zwar fast auf gleicher Höhe, dazwischen war aber noch ein schönes Stück Landschaft, gespickt mit einem SuperTrail, der allerdings an entscheidenden Phasen nur schieben/tragend zu bewältigen war.

Hier begegneten wir auch unserem ersten unfreundlichen Wanderer der gesamten Tour, all`die anderen waren freundliche bis sogar anfeuernde Mitmenschen der verschiedensten Nationen, man sollte auf so einer Tour auch über gewisse Sprachkenntnisse verfügen, nur weiß man bald nicht mehr heißt es nun Salve, Grüß Gott, Bon Giorno, Hallo oder Chiao ?! egal die meisten grüßten sehr freundlich !

Oben angekommen machten wir eine Verschnauf/Müsliriegelpause in 2557 m Höhe (dies war gleichzeitig der höchste zu überquerende Pass der Ronda Grande, obwohl die vielen folgenden oft nur wenige Meter unter dieser Marke lagen), bevor es dann zu den auf 2457 m über NN liegenden Schlernhäusern, die sich auch Rifugio Bolzano nennen, ging. Auf dem Weg dorthin war ich wohl kurzzeitig so von dem Panorama abgelenkt, das es mich mal kurz hinpackte, danach wieder hellwach, erreichten alle das Pausenziel. Dort gab es Kaffee und Kuchen und die Hinweise auf den nun folgenden, teilweise sehr schweren Downhill, der mit dem legendären Knüppelsteig abschließen sollte.

Nach dem Start ging es über eine Almwiese, die dann aber, mit felsigen Teilstücken wechselnd, in den Trail abwärts führend, sich als wirklich ziemlich heftige Downhillstrecke entpuppte. Das man auf einigen Passagen nicht zu langsam fahren sollte, spürte Olaf besonders schmerzlich, sein Vorderrad blieb an einem kleinen Stein stehen und ließ ihn seitlich ca. 1,0 m tiefer auf Dolomit -gestein aufkommen, Hose gelocht, Ego angekratzt und dann noch heftig, geschürfte Blessuren waren für einige Zeit nicht gut für Olafs Stimmung - aber unser Guide biss die Zähne zusammen und führte uns runter vom Berg. Hier war es, wie schon gesagt, öfter ratsam das Bike zu schieben, damit es nicht noch zu weiteren Stürzen kommt.

Der ein oder andere dachte sich aber, vielleicht kann ich ja etwas laufen sparen und versuchte sich im einbeinigen biken auf schotterigem Untergrund - ein weiterer, nun aber letzter, Sturz war die Folge, Öx legte sich so unglücklich auf sein linkes Knie, das er für den Rest der Tage immer was davon hatte, mal mehr mal weniger starke Schmerzen machten ihm doch ziemlich zu schaffen, die später verabreichte Pferdesalbe vermochte leider keine ganze Heilung zu erzielen.

Wir erreichten dann endlich den Knüppelsteig und dieser wurde allen Beschreibungen gerecht, ich war heilfroh, dass er schon wieder abgetrocknet war, sonst wäre ich sicherlich nicht einen Meter auf diesem WahsinnsTrail gefahren, so aber konnte ich es doch auf einigen Teilstücken wagen, ich danke meiner Federgabel für die guten Mitarbeit und meinen Bremsen für das jew. rechtzeitig, nötige verzögern !!

Unten angekommen fiel uns der Blick zurück, hoch auf den Gipfel und respektvoll noch mal auf die soeben zurückgelegte Strecke. Nun hieß es nur noch die Unterkunft zu finden und schnell einzuchecken, da es schon spät geworden war und wir auch noch Abendessen bekommen wollten.

Wir hatten Glück und die Fam. Lunger vom Gasthof Laurin servierte uns ein tolles Menü, dass wir aber noch Nachschlag forderten und auch bekamen sei hier noch schnell erwähnt, den Biker haben immer großen Hunger !!

Etappendaten meines CM 436M: 47,o6 km, o6:23:22 h, 7,79 , 56,4 max 2o42 hm, 21o8 tm, 33% up, 51% down, bei 12 - 2o C Anmerkungen: 3 Stürze, keinerlei Defekte, viele Trails, viel geschoben/tragen, Wetter wurde besser!



2. Etappe: TIERS - RIFUGIO CONTRIN "Um den Rosengarten" nach Achim Zahn Donnerstag 02.09.2004 Start: o8.30 Uhr Ankunft: 18.30 Uhr


Tiers liegt auf 1.100 m über NN und für uns hieß es gleich auf langen Serpentinen hoch zum Niger-Paß, mal eben 700 hm! Dafür wurde aber das Wetter immer besser und wir konnten oben angekommen uns umziehen und fuhren alle in Kurz weiter. Auf der großen Dolomitenstrasse ging es bis zum Karerpaß ( Passo Karezza ), dort machten wir auf der Sonnenterrasse des "GolfHotels-Karezza" unsere Cappucinopause, bevor es dann über Morena und Sorage ins FassaTal ging. Die Strecke führte uns zwar über Asphalt aber immer entlang an den gewaltigen Massen der Dolomiten, hier entstand auch die Geschichte um König Laurin, der dann den Rosengarten "schuf", beeindruckende Panoramen zeigten sich nach jeder Kurve und man schoß Bilder obwohl man wusste, dass diese später nicht das wiedergeben konnten was man spürte und fühlte, lediglich den Anstoß die im Kopf verankerten Bilder abzurufen obliegt den mitgebrachten Fotos - dies gilt aber auch für die gesamte Tour!

In Pozza di Fassa gab es dann Nudeln zum Mittagessen, einige suchten unbedingt Schatten unter den Sonnenschirmen und der Inhalt unserer Trinkflaschen hätte auch Schatten verdient gehabt L . Beim bezahlen zeigte sich der Wirt als MTB-Kenner und verteilte an alle eine ausführliche Karte, als er unser heutige Etappenziel hörte, das er etwas verschmitzt dreinschaute konnte ich erst später richtig einschätzen. Das Val San Nicolo ist wunderschön und der Weg bis zur Ciampi-Alm gut befahrbar, diese Strasse endet bei 1.826 m über NN und geht dann in einen Schotterweg über der dann wiederum letzendlich als Pfad bis zum Passo di San Nicolo führt.
Ist man hier angekommen hat man den letzten Teil nur noch geschoben und sich gefragt was mache ich hier eigentlich, endet diese Plackerei heute noch ? und dann bist du auf 2.340 m über NN und kriegst Mund und Augen nicht mehr zu, weil es so viel zu sehen und zu bestaunen gibt einfach unbeschreiblich - jeder hat sich, glaube ich wenigstens, etwas in Gedanken verloren von diesem eindrucksvollen Bild fangen lassen und es dauerte etwas, bis man sich zum Aufbruch aufraffte.

Nun sollte es über einen teilweise schweren Downhill, mit Schiebstücken auf alten Militärwegen, bis zur ContrinHütte gehen, die Beschreibung passte aber mit dem Ziel vor Augen, sprich man konnte die Hütte schon sehen, war der restliche Part der heutigen Etappe dann doch bald geschafft. Das Rifugio Contrin liegt auf 2.047 m über NN und ist schon ein bisschen mehr wie eine Berghütte, ich habe jedenfalls nicht eine so große Hütte erwartet, die aus mehreren Häusern bestehende Anlage ist aber wohl für viele Wanderer und Biker ein beliebtes Ziel, die Bettenkapazitäten sind groß. Das Rifugio liegt auf der Rückseite der Marmolada und bietet auch kommunikatives Übernachten an - soll heißen wir hatten ein 8-Bett-Zimmer mit 4 Etagenbetten.

Wie wollten frisch geduscht zum Abendessen, und kauften zu diesem Zweck Duschmarken, die aber nach Einwurf in den dafür vorgesehen Automaten, diesen nicht veranlassten für warmes Wasser zu sorgen!! Nachdem ich ca. 10 Minuten duschwillig und duschbereit am Beckenrand stand, das Wasser mir aber immer noch gebirgsbachkalt über die Hände rann, beschloss ich lieber zu riechen als mich in die Reihe der "Königen" einzureihen, die sich trotzdem drunterstellten ???!! ;-) , das Abendessen, endlich gab es Spagetti, war sehr lecker und wir waren nach dem kompletten Menü noch in der Lage ein Weizen oder `nen Roten zu genießen.

Einen genauen Bericht über das zu Bett gehen möchte ich mir hier verkneifen, es war schon interessant, Stühle waren "weg", Fenster mussten sperrangelweit offen bleiben?, gewaschene Klamotten drapierten sich um alles was möglich war und die Hüttenschlafsäcke zeigten warum es sie gibt .., nur dass Olaf mir in der Nacht meine Decken runterziehen musste, habe ich bis heute noch nicht verstanden, und als ich diese wiederhaben wollte, verstand er mein "fingern" nach denselben wohl falsch und schlug mir auf dieselben - inzwischen habe ich ihm aber verziehen. Es gehen Gerüchte um, das es in dieser Nacht für einige noch nie zu Ohren gekommene Geräusche gegeben haben sollte, den Vogel schoss Schnappi ab, der den MAD um die Hütte hat schleichen hören haben will !?!? ich glaube es waren Spione von Serac Joe, die nicht wahrhaben wollten, das sich norddeutsche Biker auch ohne SJ-Guide durch die Dolos wagen.

Etappendaten meines CM 436 M: 48,77 km, o5:59:26 h, 8,63 , 56,4 max 1.988 hm, 1029 tm, 27 % up, 36 % down bei 15 - 30C Anmerkungen: keine Stürze, keinerlei Defekte zuletzt sehr schwerer Anstieg zum Passo di Nicolo



3.Etappe: RIF.CONTRIN - RIF.PRALONGIA "Vis-A-Vis der Marmolada" n.A. Zahn Freitag 03.09.2004 Start: o8. Uhr Ankunft: 18.40 Uhr


Nach dem Hüttenfrühstück hieß es erst einmal sich für die anstehende Abfahrt warm anzuziehen, es war noch etwas bedeckt und die grauen Wände der Marmolade ließen noch keine Sonne auf die Contrin scheinen, der Blick ins Tal verriet aber - heute wird es wieder schön und sonnig, die gegenüberliegenden Bergspitzen waren schon "vergoldet". Der Downhill über teils sehr steile Schotterpassagen wahr ziemlich anspruchsvoll, wir vernichteten mal eben 57o hm und erreichten Pallua, wo wir uns erstmal von den langen Klamotten befreiten - dann ging es zügig nach Canazei ( 1.450 m über NN ) zur allgemeinen Cappucinopause, die von einigen auch genutzt wurde sich mit Backwaren zu versorgen.

Olaf hatte uns schon vorgewarnt, es ging jetzt rauf Richtung Passo Pordoi zuerst aber auf der teils sehr steilen Piste 6o6, danach auf der SS 641 die Serpentinen hoch, hier schimpften Olaf und Michael über Busse und Wohnmobile, deren Fahrer sich sehr zudringlich zeigten L.

Wir hatten uns am Rifugio Pordoi verabredet um dort über die Skipiste zum Rifugio Belvedere abzubiegen, allerdings sind der Jensemann und Peter schon wieder vorgeeilt ?! Oben an -gekommen wurden wir Zeugen moderner Trocknungskunst nasser Bikeklamotten, die sich aber immer wieder als Hauptdarsteller vom Winde verweht verstanden wissen wollten ..

Nach einem weiteren Cappu kam jetzt ein besonderes Highlight der Ronda Grande auf uns zu, man konnte den großen Gletscher der Marmolada zwar auch schon vom Belvedere aus sehen, aber der nun folgende Bindelweg entpuppte sich als wirklich grandioser Trail entlang der Bergrücken gegenüber der Marmolda. Es waren viele Wanderer unterwegs, aber die meistens waren sehr freundlich und das eine oder andere Forza oder Bravo war zu hören. Eine ältere Dame hat sich sogar angeboten, an einer sehr exponierten Stelle des Bindelweges von uns eine Gruppenaufnahme zu machen - ich hoffe dass das Foto auch was geworden ist !!
Weiter ging es auf dem immer schmaler werdenden Bindelweg, der auch mit kleinen Uphills und Felseinstreuern unsere ganze Aufmerksamkeit forderte, bis hin zu einer Scharte an der wir rasteten. Mit Blick auf die Häuser vom Passo Pordoi und weiter unten von Arrabba konnten wir gegenüberliegend das Plateau erkennen, auf der oben die PralongiaHütte auf uns wartete. Der Blick rechts runter fiel auf eine großen, klaren Stausee und weiter vorn lag unser Mittagsziel Porta Vesovo auf 2.478 m über NN. Hier angekommen bestellten die meisten Pasta, allerdings machen wir uns schon jetzt um die Skifahrer der kommenden Saison sorgen, den wenn die Mädels hinter der Theke nicht ein wenig schneller werden, kann es ein, das der eine oder andere verhungern muss!

Die folgende Abfahrt machte wieder klar wie hilfreich es ist, wenn man gute Bremsen am Bike hat, nach der Schotterabfahrt ging es in einen klasse Singletrail abwärts nach Crepaz, hier zeigte es sich, das eine sorgfältige Trainings und Vorbereitungszeit von großem Nutzen sein kann, der wirklich anspruchsvolle Trail forderte einiges davon ab. Wir sind sage und schreibe 1.250 hm runter gefahren und mussten nun wieder über Corte Richtung Cherz fahren, soll heißen raus aus dem Tal rauf auf den Berg! Es wurde etwas dunkler und man ahnte schon, das wir heute doch noch zu den Regensachen greifen müssen. Der Anstieg zog sich ganz schön und Olaf machte schon einmal vorab per Handy alles klar für die Nacht - besser ist das! Wir schraubten uns immer höher und die Wolken kamen immer näher, auch ein Donnern war zu hören, das diesmal aber vom Himmel kam .. als es zu doll wurde kam uns der Unterstand der Incisa Hütte gerade recht, wir konnten dort `ne knappe halbe Stunde warten, dann hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten weiter. Die Hütte liegt zwar nur etwas unterhalb der Pralongia aber der Weg dort hoch ist verdammt steil und beschwerlich und wir schoben die Schotterpiste hoch mit dem Ziel einer warmen Dusche vor Augen. Oben angelangt bot sich mal wieder ein gewaltiger Panoramarundblick, der die Anstrengungen vergessen ließ.

Man sah die Marmolda auf der einen Seite, die aufsteigenden Massen des Kreuzkofels auf der anderen und in den Tälern bekannte Orte wie Corvara, Arraba etc. es ist einfach atemberaubend!

Das Rifugio Pralongia liegt auf 2.130 m über NN und ist eigentlich mehr ein Berghotel als eine Berghütte, jedenfalls läuft der Kellner mit Krawatte durch das Lokal und es gab sogar einen Speisesaal. Die Doppelzimmer verfügten über eine eigene Nasszelle die wir ausgiebig nutzten und nach dem ausgiebigen Abendessen, und dem Kartenstudium für den morgigen Tag genossen wir noch ein kühles Bier, begleitet von Peters Versuch auf einer mit nur 4 Saiten bestückten Gitarre die Musik aus den Lautsprechern zu toppen !? L L > vergessen möchte ich aber nicht, dass wir alle vor dem essen noch das Schauspiel des Sonnenuntergangs genossen, auch Alpenglühen genannt, man wird ganz ruhig und fühlt sich winzig auf diesem Planeten, aber trotzdem klasse !

Etappendaten meines CM 436 M: 48,39 km, o6:12:37 h, 8,o9 , 62,8 max 1.956 hm, 1.864 tm, 32 % up, 36% down bei 15 - 31C Anmerkungen: keine Stürze, keinerlei Defekte, Regenschauer + Donner, Öx Knie tut weh



4.Etappe: RIF.PRALONGIA - MISURINASEE "Durch das Travenazestal" n.A.Zahn Samstag 04.09.2004 Start: o8.3o Uhr Ankunft: 17.oo Uhr


Die Lagebesprechung von gestern Abend hatte ergeben, dass wir eine etwas geänderte Route einschlagen mussten, als die von Serac Joe vorgegebene Route durch das Travenazestal. Sperrungen für Biker und das abraten des Hüttenwirtes ließen uns die Strecke durch das Fanestal wählen.

Zuerst mussten wir über etwas sumpfige Wiesen runter ins Tal, der Weg entwickelte sich aber noch zu einer schönen Bikepiste die uns auf Schotter runterführte. Unten wurden mal wieder die langen Klamotten ausgezogen und es ging in Richtung Fanes! Der Anstieg wurde immer heftiger, führte vorbei am Albergo Valparola über/durch den Gaderbach und bald ging es wirklich nur noch zu Fuß weiter, ein richtiger Wander/ Kletterstieg war vor uns und forderte den inneren Schweinehund heraus, die uns begleitenden Wanderer guckten nicht schlecht, als wir trotz Bike und Gepäck an ihnen vorbeischoben und nach geraumer Zeit auf dem kleinen Hochplateau "Col Locia" standen. Es war ein hartes Stück Arbeit aber nun erblickten wir das prächtige, vor uns liegende Val de Fanes. Es ging noch etwas rauf und runter aber eigentlich relativ eben mitten durch das breit ausufernde Tal.
Almwiesen mit Kühen und Pferden säumen den Weg, Wanderer begleiten uns und gewaltige Lawinen aus Felsbrocken zeugen von Naturgewalten der Vergangenheit. Am Ende des Weges teilt sich das Tal, dort können wir auch in der Hütte "Ucia de Gran Fanes" einkehren und essen eine leckere Weizensuppe für stolze 5 . Nachdem wir uns gestärkt haben brechen wir auf um auf einem tollen Schotterweg abwärts zu "fliegen". Jensemann war schon einmal hier und wusste von einem spektakulären Wasserfall, den wir uns unbedingt ansehen sollten und wollten - dort angekommen fand ich schon spannend "hinter" einem Wasserfall zu stehen und durch ihn hindurch die Berge zu betrachten, hatte was! Weiter ging es hinunter, wir querten den Rio Travenanzes und gelangten dann auf eine Bikestrecke die auf einer ehemaligen Bahntrasse durchs Tal führte. Aber dieser sehr schön zu fahrende Weg war bald zu Ende und es ging wieder bergauf, ein recht langer Schotteranstieg zum Passo Son Forca ließ uns noch mal die Kräfte mobilisieren - es war ein langer Anstieg, die Sonne brannte und wir durften auch einiges schieben, zum Glück waren auch hier überall Wasserstellen oder reine Gebirgs -bäche, die zum Füllen unserer Wasserflaschen dienten. Als wir den Pass erreichten, der auf knapp 2.200 m über NN liegt, bot sich wieder einmal dieses unbeschreibliche Bild der Weite, der Größe und der Dimensionen die uns schon die ganze Zeit begleiteten - die Dolomiten halt.

Nach dem Aufnehmen mit und ohne Kamera, ging es runter zum Passo di tre Croci, hier mussten wir über eine breite, aber teilweise sehr, sehr steile Schotterstrasse runter, ich war mit meinem Hinterteil irgendwo hinter meinem Bike aber trotzdem war es nicht zu halten, so bin ich lieber einen Teil gelaufen, was aber auch recht rutschig war.. der Rest der Etappe war dann von tre Croci aus eine Abfahrt auf Asphalt mit schönen Serpentinen, auch so was kann richtig Spaß machen, was der "max" nachher zeigte. Aber, nach jeder Abfahrt kommt auch wieder eine Auffahrt, soll heißen es ging danach wieder hoch zum Tagesziel Misurinasee. Dieser See liegt auf 1.800 m über NN und ist touristisch leider sehr erschlossen. Er liegt auf der Rückseite der "Drei Zinnen" und wird auch als Ausgangspunkt vieler Wanderer genommen. Uns war das aber alles egal, da wir heute unseren "Ruhetag" hatten und schon um 17 Uhr am Ziel waren. Nach kleiner Diskussion wurde das Hotel Lavaredo gebucht, nette Zimmer mit eigener Dusche und so, die Bikes stellen wir in der ungenutzten Nachtbar des Hauses unter, dort war es so dunkel, dass man die Mitarbeiter des Hause nicht mehr sehen konnte (s.u.), aber ansonsten etwas zu fein für meinen Geschmack, nun man kann es nicht ändern, ändern sollte sich aber die Geschäftsführung des Hotels, die a) sehr unfreundlich und langsam waren und b) ihre vorwiegend schwarzen Angestellten besser behandeln sollten. Übrigens sollte man sich auch nicht beim schmieren von Stullen erwischen lassen. Die einhellige Meinung der ganzen Crew, nachfolgende Biker sollten dieses Hotels meiden, vielleicht doch noch zum Rifugio Monte Piano hochfahren ? ? - man muss nur wissen, das man die dafür noch zu bewältigen 600 hm am nächsten Morgen erst wieder runterfahren muss, um dann wieder auf der Hauptstrecke zum Rifugio Auronzo zu sein !!

Wir hatten uns die Wartezeit bis zum Essen mit einem Besuch in der Bar verkürzt, dort gab es lecker Bitburger, frisch gezapft!

Etappendaten meines CM 436 M: 46,84 km, o5:o5:46 h, 1o,16, 71,4 max 1.484 hm, 1847 tm, 3o% up, 35% down bei 18 - 32C Anmerkungen: keine Stürze, keinerlei Defekte, Hotel am See, Leichter Sonnenbrand, Bier danach, 1ooo hm schieben



5.Etappe: MISURINASEE - SENNESHÜTTE " Um die Drei Zinnen" nach Achim Zahn Sonntag 05.09.2004 Start: o9 Uhr Ankunft: 18 Uhr


Die Organisation des Lavaredo Hotels lässt uns leider erst um o9 Uhr starten, wir habe heute die Drei Zinnen auf dem Programm und hoffen die Etappe rechtzeitig zu erreichen.

Wir fahren rund um den halben See und kommen dann auf die Strasse die zum Rifugio Auronzo führt, Olaf sagte uns gut 500 hm und wir kurbelten los, die Strasse hatte unendlich viele Kurven und hinter jeder vermuteten wir das Rifugio, es war Sonntag und entsprechend viele Ausflugsgäste fuhren mit ihren Autos an uns vorbei, um oben dann wandern zu können, wir konnten nur milde lächeln wenn diese an uns vorbeirauschten. Endlich war es soweit, die Hütte war erreicht und einige Italiener feuerten uns die letzten Meter an - wir waren nun auf 2.320 m über NN und konnten schon den nächsten Punkt, das Rifugio Lavaredo sehen. Steinerne Zeit -zeugen, Namen von Rennradfahrern, waren auf der Passhöhe mit weißen Kieseln in die Wiesen "geschrieben", wir fuhren weiter, mit den Wanderern gab es keine Probleme und gelangten zur LavaredoHütte auf 2.344 m über NN. Die Getränke, hier so unmittelbar unter den Drei Zinnen, waren unverschämt teuer, so verkniffen wir uns eine Bestellung und tranken aus unseren Trinkflaschen, der weitere Weg wurde auf Grund der Menschen unbefahrbar und so schoben wir die restlichen 11o hm bis zum Paternsattel. Hier bot sich erneut ein atemberaubendes Panorama, mir fällt es schwer die richtigen Worte für diese Landschaft, diesen Rundumblick zu finden - einfach super! Wir staunten nicht schlecht, als irgendjemand drei Bergsteiger in der einen Wand der mittleren Zinne ausmachte, ich brauchte auch recht lange um diese kleinen schwarzen Punkte zu erkennen, die sich ganz langsam bewegten, dadurch wurden einem die Dimensionen erst richtig bewusst.
Nachdem wir alle Fotos gemacht hatten, wollten wir in Richtung DreiZinnenHütte fahren, aber es haben sich in der Vergangenheit wohl einige Mountainbiker nicht so ganz richtig benommen, nehme ich an, und dadurch wurde hier oben ein Bikeverbot ausgesprochen, gegen Strafe in Höhe von 61 ist das Biken untersagt ?! Somit schoben wir nun abwärts, bis zur nächsten Gabelung, vom der aus es links abging in Richtung Rienztal. Ein letzter Blick nach rechts oben, da verschwanden gerade Wanderer in irgendwelchen Felslöchern, auf sich windenden, schmalen an Schotterhängen entlang führenden Pfaden tummelten sich viele Wochenend -wanderer; die gewaltigen Felsmassen blieben zurück und wir mussten uns stark auf den Abstieg konzentrieren. Der Weg war erst noch relativ fahrbar, aber das Bikeverbot galt auch noch hier, und dann wurde er teilweise so heftig, dass ich auch ohne Bikeverbot das Bike geschoben hätte. Ungefähr auf halber Höhe, also nach ca. 500 tm war das Fahrverbot aufgehoben, der Weg wurde auch breiter und wir preschten, auch um Zeit aufzuholen, weiter talwärts durch das Rienztal. Nach einem heißen Ritt gelangten wir unten an die durch das Tal führende Hauptstrasse, dort machten wir in der Gaststätte DreiZinnenBlick Mittag. Die Mittagszeit war schon überschritten und nur durch geschicktes Verhandeln mit der "Mama" des Hauses gelang es uns doch noch eine Portion Pasta mit Salat für jeden zu bekommen. Nach der Stärkung mussten wir weiter, der Weg führte am Dürrensee vorbei, wieder auf einer Teilstrecke der umgebauten Bahntrasse in Richtung Gemärk. Unser kurzer Ausflug auf Asphalt endete, indem wir rechts abbiegen mussten um auf der Piste 8 die Auffahrt zum Forc di Lerosa anzutreten. Es war wieder warm und wir schwitzten nicht schlecht, nach einigen, immer wieder ansteigenden Kurven erreichten wir eine kleine Hochebene, von dort war schon die Scharte zu erkennen, in der die Senneshütte liegen musste, unser Etappenziel. Allerdings ging es erst einmal wieder runter, und das auf einem sehr anspruchsvollem Weg, der immer mehr zum Trail wurde. Dann kam die letzte Wegkreuzung, hier stand das Schild Senneshütte rechts ab, die letzten 500 hm für heute wollten bezwungen werden. Der Schotterweg führte durch ein immer enger werdendes Tal hoch, abschnittsweise war es besser zu schieben, dann ging es wieder, so wechselte sich das fahren und schieben ab. Die Abenddämmerung schien uns einholen zu wollen, da erblickten wir die Senneshütte vor uns.

Diese Hütte bot alles was ein Biker/ Wandererherz begehrt, wir nahmen ein 6-Bettzimmer mit Dusche auf`m Flur, alles war ordentlich und sauber und so sind wir ratzfatz geduscht in die Gaststube um erst mal ein Weizen zu trinken. Die üppige Speisenkarte hatte für jeden etwas parat und wir ließen es uns gut schmecken. Die Hütte war gut besucht und so spürte man etwas von Hüttenstimmung, die uns später beflügelte an der Bar noch einen Absacker zu trinken.

Der Eintrag ins Gästebuch war schon fast Pflicht und wir hoffen dass die nach uns kommende Truppe von Serac Joe die Grüsse von uns Höllenhunden lesen wird - evtl. gibt es eine Meldung per e-mail an uns >> schau`n wir mal.
PS: Who the Fuck is Achim Zahn ?!

Etappendaten meines CM 436 M: 41,31 km, o6:14:54 h, 6,79 , 46,5 max 1.776 hm, 1.398 tm, 29% up, 44% down bei 17 - 35C Anmerkungen: keine Stürze, keinerlei Defekte, Drei Zinnen > schieben 61 Strafe, super Landschaft



6.Etappe: SENNESHÜTTE - LAJEN "Naturpark Puez Geisler" nach Achim Zahn Montag 06.09.2004 Start: o8.30 Uhr Ankunft: 2o.15 Uhr


Der letzte Tag der Ronda Grande bricht an. Wir können es eigentlich gar nicht glauben, dass heute Abend schon alles zu Ende sein wird ?! aber zuerst mussten wir noch diese heutige, längste Touretappe hinter uns bringen, der Start war schon mal holperig, denn es gab doch noch einen kleinen Defekt. Nachdem wir ja bislang von Defekten und Pannen verschont wurden, stellte Jensemann kurz vor Start klar, die drei fehlenden Schrauben am kleinen Blatt wird er mal eben mit Kabelbindern ersetzen !! > das Fehlen der Schrauben wurde schon am gestrigen Abend festgestellt, diskutiert und eruiert aber es kam zu keiner für Jensemann akzeptablen Lösung, alle Ideen und Vorschläge schlug er in den Wind > mit diesen Kabelbindern ausgerüstet ging es im Morgennebel los, die bevor -stehende Abfahrt wurde von unserem Guide als nicht gerade leicht bezeichnet und das hat sich auch bewahrheitet - zumindest was das Gefälle anging, hier mussten die Bremsen mal wirklich zeigen, was sie so draufhaben. Die Hände taten einem weh, so sehr zogen wir an den Bremshebeln bis wir zur PederüHütte kamen, ab hier ging es dann gemäßigt die Talstraße des Rautauls abwärts in Richtung St. Vigil in Enneberg. Vigil ist ein Ort der nicht unvermögenden, das war unschwer zu erkennen, auch strahlte der Ort eine solche "Ordentlichkeit" aus es war fast schon unangenehm.

Nun, die kleine Ortsdurchfahrt bis zum Marktplatz mit Kirche hat sich gelohnt und wir schwenkten dann ab, über Zwischenwasser nach St. Martin in Thum. Zwischenzeitlich war es wieder schön warm geworden und wir konnten auch unseren letzten Tag in kurz fahren. Wir hatten seid dem Start an der Senneshütte 1.300 hm vernichtet, und fingen jetzt an wieder welche zu sammeln, das bedeutete zunächst mal wieder bergauf bis zum nächsten Treff in Campill, hier angekommen wurde bei Käse, Riegel und Wasser die weitere Route besprochen.

Der vor uns liegende Anstieg war steil, erst gab es Aspahlt, dann Schotterpiste und zu guter Letzt sollte ein Singletrail folgen. Das Gejammer nützte nichts auf auf und schön auf`m kleinsten Blatt kurbeln. Die Auffahrt bot teilweise tolle Ausblicke, in eineigen Kurven konnte man den Kronplatz in der Ferne erkennen und ganz unten lad doch St. Martin .., da waren wir ja eben noch, weiter hoch begann der schotterige Weg sich in großen Serpentinen nach oben zu winden. Campill lag ja schon auf 1.400 m über NN, das Ziel Kreuzjoch aber noch mal 1.000 hm dazu !

Nach jeder Biegung dachte man nun ist das Ziel zu sehen, weit gefehlt aber, was zu sehen war lässt sich erneut kaum beschreiben, weite Wiesen mit einzelnen Hütten umgeben von gewaltigen Felskuppen bildeten ein grandioses Panorama. Olaf hatte uns gut auf den Weg gebracht, dieser sollte am Ende die Schlüterhütte haben, doch so manches Stöhnen war bis dahin zu hören. Am Kreuzjoch auf 2.400 m über NN trafen wir einige Wanderer, die uns versprachen die Hütte ist nicht mehr fern, sie sollten recht behalten, der letzte Teil des Singletrail ging sogar bergab und landetet genau vor den Tischen der Schlüterhütte. Hier spachtelten wir die leckersten Spagetti mit frischen Pfifferlingen in Knoblauch, ein wahrhaft köstlich Mahl !! Der Tag war schon etwas fortgeschritten und wir diskutierten den weiteren Streckenverlauf. Die eigentliche Route sollte laut Hüttenwirt nicht mehr zu befahren sein, und m n wusste auch zu berichten, dass selbst Achim Zahn eine alternative Streckenführung bevorzugt, wir entschieden uns auch dafür und brachen gut gestärkt auf. Über die Gampenalm zur Zanseralm auf 1.600 m über NN ging es auf flotter Schotterstrecke weiter, allerdings standen dann die gut 300 hm zur Gschnagenhardtalm an, der Hauptanteil des Anstieges ließ sich fahren, auch wenn es mal doch wieder einen LKW gab, der sich mit uns messen wollte, doch wer glaubte die ganze Strecke bis zu Alm fahren zu können wurde 300 m vor dem Ziel eines besseren belehrt, eine mörderische Rampe zwang einen jeden vom Bike. Oben angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt, grüne Almwiesen, Kühe, Dolomitenwände pur - einfach boh ej !!, es gab noch ein Cappucionopause an der 1.996 m über NN gelegenen Gschnhütte, keiner konnte diesen Namen so richtig aussprechen, da rief uns schon der Broglessattel den man in weiter Ferne erkennen konnte.
Vorher sollten wir aber noch den abwärts führenden Adolf-Munkel-Weg kennenlernen, hier war es teilweise ratsam seine inzwischen zur Perfektion gebrachten BikeSchiebeKünste anzuwenden, es gab aber auch Passagen die waren zwar schwer aber toll zu fahren und das alles unterhalb von einem gewaltigen Dolomitenmassiv, man konnte sich kaum sattsehen. Nach einer Weile erreichten wir den Broglessattel auf 2.119 m über NN und wir nahem die nächste Station, die Saltner Schwaige in Angriff. Von hier aus wurde die restliche Strecke immer wunderbarer, der Nachmittag ging zu Ende und es kaum ein gewisses Zwielicht auf, die Berge und der vor uns liegende Trail beeindruckten wohl jeden von uns. Zu unserer Linken bot sich ein schier unermessliches, graues Gesteinsmehr, bestückt mit den bizarresten Felsformationen die ich bislang sah.

Paraglider hoben sich vor den Felsen im Gegenlicht ab, man konnte die Weite und Tiefe der Dolomiten richtig "spüren", wir konnten sehen und ahnen wo wir die letzten fünf Tage langgefahren sind und das machte einen fast schon benommen, das muss man gesehen haben um es zu verstehen. Nie werde ich vergessen, wie einige von uns vorgefahren sind und sich ihre Siluetten im Gegenlicht zeigten, der Weg war in mildes Licht getaucht und eigentlich sollte das alles bloß nicht aufhören!

Leider blieb dieser Wunsch aber unerfüllt, denn wenn diese Abendstimmung aufkommt, dauert es nicht mehr lange und es ist dunkel, und dann wird die Talabfahrt gefährlich. Also bis zur Heiligkreuz Kapelle fahren und dort dann abtauchen nach Lajen, doch vorher zeigte uns Olaf noch, wie es sich fährt, wenn man an einem Fuß eine komplette Kurbel hängen hat, das war unser 2.ter Defekt, eine Konterschraube hatte sich wohl doch verabschiedet und so mussten wir einen kleinen Reparaturstop einlegen. An der Heiligkreuz Kapelle angekommen wurden wir von ein paar Pferde empfangen, die sich über den salzig schmeckenden Rucksack von Öxi hermachten, er konnte seinen Tatonka aber doch noch retten, während ich die Gelegenheit nutzte ein paar Minuten allein in der Kapelle zu verweilen.

Nun wurde es aber wirklich höchste Eisenbahn und wir nahen noch einen letzten Blick auf diese prächtigen Berge bevor es abwärts ging. Der Weg hatte es in sich und war für die meisten von uns nur sehr bedingt fahrbar, ab der Hälfte ungefähr, so ab der Ramlitzer Schwaige, schwangen sich alle in die Sättel und wir "flogen" die SchotterWaldAutobahn runter, das Ziel so nah vor Augen hatte einige regelrecht beflügelt und man schoss auch schon mal an einer Abzweigung vorbei, egal, kurz zurück unter weiter ging`s. Gerade rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir aus dem Wald heraus, es wurde etwas heller da wir bemerkten wie viel Licht doch die Bäume geschluckt hatten, und waren zurück in Lajen.

Unsere beiden Chauffeure Michael und Olaf sind runter zum Andechserhof wo sie die Autos holten, wir anderen sind abgebogen und haben die ersten Kilometer vom Anfang der Ronda Grande noch einmal unter die Stollenreifen genommen - wir fuhren nach St. Peter zum Gasthof Überbacher wo unsere Zimmer ja schon reserviert waren. Was soll ich sagen, Bikes wegschließen, Zimmer beziehen, Duschen und dann ab zum Abendessen war fast eins. Wir trafen uns ( fast ) alle in den speziellen Ronda Grande T-Shirts, einige der anderen Gäste schauten uns respektvoll auf die Rücken und irgendwie war man doch ganz schön stolz.

Der Gasthof gleicht eigentlich einem Hotel und wir genossen das uns servierte Menü, natürlich wurde auch das eine oder andere Bier/Weizen oder Wein getrunken, was soll`s wir hatten es geschafft, wir haben die Ronda Grande "erfahren" uns stießen mit Ramazotti darauf an.

Den Abend ließen wir in der leider nicht stark frequentierten Bar des Hauses ausklingen, wir waren die einzigen Gäste, dafür aber die Besten.

Etappendaten meines CM 436 M: 81,87 km, 08:o8:26 h, 1o,71 , 66,1o max 2.318 hm, 3.212 tm, 31% up, 42% down bei 16 - 34C Anmerkungen: Hammertour in jeder Hinsicht, Jensemanns Kettenblatt, Olafs linke Kurbel abgefallen, Super Panoramen, wo ist die Schlüterhütte, einiges geschoben, Abendlichtstimmung, Abendlichtabfahrt, Heiligkreuz Kapelle, Pferde, Hexentisch, Ochsentritt, Mutter Gottes Platz, berauschende Abfahrt - geschafft!


Heimreise: Am Dienstag, den 07.09.04, genau nach einer Woche Dolomitenabenteuer, traten wir nach einem leckeren Frühstück um 09.30 Uhr die Heimreise an. Irgendwie schon komisch, sich nicht die Bikeklamotten anzuziehen, den Rucksack zu packen, das Bike zu checken, Wasser zu bunkern und Riegel einzupacken und, und, und - sondern sich bequem ins Auto fallen zu lassen und mit etwas Wehmut das Val Gardena zu verlassen.

Bald erreichten wir die Brennerautobahn und es ging in Richtung Norden, der nächste Treffpunkt war die Autobahnraststätte Holledau, wo wir uns noch mal zum gemeinsamen Mittagessen trafen, dann fuhren wir, jeder mit sich und seinen Gedanken nach Hause. Kurz vor Kassel telefonierten wir miteinander und stellen fest, das wir nun bald nach einer sehr erlebnisreichen Woche wieder zu Hause sein werden - die Bilder sollen schnell entwickelt werden und dann werden wir uns zu einem Revivalabend treffen. Ich freue mich dabei gewesen sein und danke dem Initiator Öxi für die Grundplanung und unserem Guide Olaf für das sichere Führen durch die Dolomiten -auf uns Höllenhunde !!!

Tourdaten kompakt: Gesamtkilometer 314,24 km vom CM 436 M/yellow Gesamtfahrzeit 39:o3:54 h
Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeito8,695
Gesamthöchstgeschwindigkeit i.M.59,94 max
Gesamthöhenmeter bergauf11.564,00 hm
Gesamthöhenmeter bergab11.458,00 tm
Höchster Punkt/ Pass2.557 m überNN

Teilnehmer:
Jens BooseSpecializedÖXi
Michael EllingerSpecializedSchnappi
Jürgen GieseckeCannondaleyellow
Peter HaffnerCanyonDocci
Jens MachiniaCannondaleJensemann
Olaf SeynscheBerkwerkGuide


Ronda Grande 2004 > sind wir nicht alle ein bisschen bikey?? <
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