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Mountainbiking im Berner Oberland

Eine traumhafte Gletscherkulisse begleitet Biker auf den Trails um das sagenhafte Jungfraumassiv


bike 05/98
Schon 1854 empfahl der Baedecker Interlaken als Topziel für 'Reisende, die nicht mit Zeit und Geld zu geizen brauchen'. Diesen Ruf hat sich die Region bis heute erhalten. Und auch die Bikerouten bieten Trails von Weltklasse. Tourenfans berauschen sich an den überwältigenden Panoramen rund um die Kleine Scheidegg, und Kämpfernaturen stoßen auf der neuen Marathonstrecke der Michelin Bike Classics an ihre Grenzen.

Auch dem Vergleich mit italienischen Traumzielen, wie dem Gardasee, halten die zahlreichen Traumrouten locker stand. Doch im Gegensatz zum Lago sind die Anstiege der Strecken am Fuß des weltberühmten 4000er-Trios Eiger, Mönch und Jungfrau, eher gemäßigt. Selten klettert der Steigungsgrad der gut ausgebauten Schotterstraßen über die 20-Prozent-Marke hinaus. Ein Plus, das besonders Hobbybikern entgegen kommt. Bis auf gut 2000 Meter Höhe reichen die im Sommer von Formen und Farben überquellenden Bergmatten rund um Grindelwald. Nicht weniger als 72 Wasserfälle stürzen von den steilen Felswänden des Lauterbrunnentals. Der spektakulärste von allen, der 800 Meter hohe Staubbachfall, lohnt den schweißtreibenden Anstieg nach Wengen - von dem technisch wie landschaftlich traumhaften Downhill durch das Sefinental gar nicht zu sprechen.

Wer alle Höhepunkte der Region erfahren will, braucht mehrere Wochen Urlaub und ein sehr dickes Portmonaie. Denn leider hat sich auch an den gepfefferten Preisen bis heute nichts geändert. Das scheint jedoch die bis 7000 Besucher, die täglich pro Kopf etwa 200 Mark für die Fahrt zum höchsten Bahnhof Europas abdrücken, recht wenig zu kümmern. Immerhin bekommen sie für ihr Geld eine Sammlung von Superlativen geboten - von der höchst gelegenen Poststation Europas bis zur Aussicht auf den längsten Gletscher der Alpen.

Charakteristik: Die Landschaft um das weit über die Grenzen Europas hinaus bekannte Bergtrio Eiger, Jungfrau und Mönch gehört nicht nur für wohlhabende Japaner zum Pflichtprogramm eines Schweizbesuchs. Auch Bikern bietet das zum Berner Oberland zählende Traumziel viele Gründe, für einen Aufenthalt zu sparen. Angefangen von der einmaligen Kulisse, über die Vielfalt an abwechslungsreichen Touren bis zum internationalen Flair zählt das Schweizer Revier sicherlich zu den Topzielen Europas.

Karten: Landeskarten der Schweiz Nr. 254 Interlaken und Nr. 264 Jungfrau, Bundesamt für Landestopogragie, Maßstab 1:50000. Die Velokarte Berner Oberland (Kümmerly + Frey, Maßstab 1:60000) und eine Mountainbike-Karte Grindelwald (Maßstab 1:25000) können über die Touristeninformation Grindelwald bezogen werden.

Tour 118 Kleine Scheidegg

Die Tour zur Kleinen Scheidegg kitzelt frech die weißen Fußsohlen der Jungfrau.... In Grindelwald beginnt der Spaß mit einer Asphaltabfahrt nach Grund. Ab hier geht es dann in einem kräftigen Zug bergauf am Bergrestaurant Brandegg vorbei, bis zur Kleinen Scheidegg auf 2030 Meter. Die folgende Abfahrt nach Wengen führt wahlweise über einen Highspeed - Schotterkurs oder einen fahrtechnisch interessanten, jedoch häufig von Wanderern benutzten Singletrail. Am Abzweig Restaurant Oberland gilt es nochmal aufzupasssen, um den nach 50 Metern folgenden Einstieg zum Höhenweg Wengen nicht zu verpassen. Vom Bahnhof Wengen folgt der Kurs den Wegweisern bergab Richtung Lauterbrunnen. Entlang der Lütschine fährt man Richtung Zweilütschinen und den Wegweisern Bikeroute Nr. 1 folgend bis nach Grindelwald.


Grindelwald war 1996 das Ziel der ersten Auslandstour der SüntelBiker (siehe Gore-Trophy I). Wir sind dabei die Tour 118 in der umgekehrten Richtung gefahren. Das heißt, daß wir zunächst von Grindelwald über Zweilütschinen nach Lauterbrunnen gefahren sind. Von dort haben wir (um mal eben ein paar hundert Höhenmeter einzusparen) die Bahn nach Wengen genommen. Von hier sind es immer noch 800 Höhenmeter bis zur Kleinen Scheidegg. Wer die Tour bei schlechtem Wetter macht, der verpaßt eine Menge. Bei Sonnenschein ist die Aussicht überwältigend!

Besonders beeindruckt dabei der Eiger. Er ist sicherlich der außergewähnlichste Berg in den Berner Alpen. Mit seiner an einen gewaltigen Eckzahn erinnernden Form bildet er mit Mönch und Jungfrau das berühmte Dreigestirn, Herzstück der Berner Alpen. Aber nicht nur die grandiose architektonische Harmonie dieses Bergstocks brachte den Eiger zu seiner Berühmtheit. Vor allem ist es seine düstere Wand, die sich nach Norden in ihren riesigen Dimensionen öffnet. Diese Nordwand ist die berühmteste und berüchtigste Kletterwand der Alpen. Keine Wand erlebt so zahlreiche Tragödien, über keine Wand wurde mehr geschrieben.

Noch ein Tip: Wer mit der Bahn aufs Jungfraujoch will (SUPER!) der sollte morgens den ersten Zug nehmen. Hier sind die Fahrtkosten um mehr als ein Drittel reduziert!


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