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3. Pyrmonter Classics



Am 01.11.2014 starteten pünktlich fünf Biker (Dieter, Hajo, Markus, Michael und Thorsten) zur 3. Pyrmonter Classics. Zwei Tage keinen Regen und die spätsommerliche Wettervorhersage ließen trockene Verhältnisse erwarten. Bereits um 10 Uhr zeigte das Thermometer auf 14 Grad. Spätestens gegen Mittag fuhren alle im sommerlichen Outfit. Und das zum Auftakt der Wintersaison!

Nach kurzem Einrollen über 500m beginnt schon ein zunächst mäßiger Aufstieg, der sich permanent steigert. Am Ende der Schotterpiste ist die Steigung auf Erdboden und feuchten Gras dann immens schwierig - 1. Gang und alles geben. Heute war es hier einigermaßen trocken.

Nachdem die Höhe erreicht und die Vorbeifahrt an der zur Einkehr einladenden Sennhütte geglückt war, erreichten wir den Spelunkenturm. Ein kurzes Päuschen wurde genutzt, um den 26m hohen Turm (149 Stufen) zu erklimmen. Die Aussicht auf den Talkessel war ganz gut, aber etwas diesig.

Danach führte ein langer laubbedeckter Trail abwärts zum Waldlehrpfad. Nun begann auch schon der Aufstieg zum Schellenturm. Hier war richtig Betrieb mit unterhaltsamen Wanderleuten. Die nun folgende Abfahrt brachte uns zum Königsberg, wahrlich königliche Trails brachten uns zum Bismarckturm. Nach knapp 5km war der Spaß schon wieder vorbei, Markus konnte sich zum Schluss noch an einer Treppenabfahrt ergötzen.

Nun folgte eine abwechslungsreiche Fahrt zum tiefsten Punkt (91,9m üNN) der heutigen Tour nach Thal. Hier begann die Auffahrt zur Ottensteiner Hochebene, 280Hm auf 5,5km, die höchste Steigung beträgt in der Spitze kurz 24 % nach meinem Garmin. Schnell wurde deutlich, dass wir uns hier nicht auf der Sonnenseite des Talkessels bewegten, der Untergrund war nass und schmierig, aber hier noch vertretbar.

Kurz musste die Fahrt auf der Landesstraße Bad Pyrmont - Kleinenberg fortgesetzt werden. Bei der nächsten Rampe gab die Kette an Thorstens Bike unter Belastung plötzlich auf. Der sich nicht ankündigende Kettenriss wurde von Michael fachmännisch repariert. Zwar mit verkürzter Kette aber ohne weitere Probleme ging es weiter. Nach einer tollen Aussicht zurück zum Pyrmonter Berg mit Bismarckturm und Schellenturm war bald war die Ottensteiner Hochebene erklommen. Mich fasziniert bei der Auffahrt immer der Blick über die Felder ohne Buschwerk unterbrochen nur von einem Wegweiser, am Horizont waren nur blauer Himmel und keine Hügel zu sehen. Die Kraniche versammelten sich über uns zur Abreise gen Süden.

Schon ging es wieder bergab, meistens über feuchtsaftige Wiesenwege, eine große Kuhherde beäugte staunend die Biker. Leider blieb ich mitten im Schlamm kurz stecken, was mir eine Schelte einbrachte ;-)

Schnell waren 200Hm vernichtet, die Landschaftsausblicke laden hier eigentlich zum längeren Verweilen ein. Nun mussten wir kurz auf der Kreisstraße leicht aufwärts, dann geht es im rechten Winkel trailig ein Stückchen steil hoch. Gerade hatte ich die Steigung geschafft, hörte ich 'Kettenriss'. - Quatsch, das kann doch nicht sein, die wollen mich bestimmt nur wieder einbremsen. So positionierte ich mich für Fotos - aber da kam keiner. Wohl doch kein Schauspiel! Es dauerte einen Augenblick, bis ich realisierte das jetzt MichaelŽs Bike einen Kettenriss hatte. Hier konnte die Reparatur aber relativ schnell abgeschlossen werden, weil der Riss am Glied nah dem Kettenschloss lag. Also Kette gekürzt, Kettenschloss wieder rein und weiter. Nee, doch nicht! Jetzt stellte Dieter fest, dass er an seinem neuen Ghost einen Plattfuß hatte! Die Reparaturen dauerten zusammen fast 30 Minuten.

Bald war der Kirchberg mit seiner sehr bissigen Steigung geschafft. Von hier hat man eine gute Aussicht auf die Herlingsburg. Der nun folgende ca. 1km lange Kiliantrail in der Kategorie erlebenswert vernichtet 120Hm auf Wiese, Steinen und Waldboden - prima. Am Humberg entlang führte der Weg auf breiigem Schlamm weiter bis zur Eschenbrucher Straße. Die verließen wir aber gleich wieder, zu Lasten der bereits erreichten Höhe, dafür aber ohne Autoverkehr.

Jetzt begann der eigentliche Aufstieg der Herlingsburg. Das sind zwar nur 200Hm, aber zwischendrin ist 'ein leichter Höhenverlust'. Und dann gibt es da einen Wildschweintrail. Hier war es schlammig und zum dem von Wildschweinen aufgewühlt, aber richtig. Es ging eigentlich nur der 1. oder 2. Gang, einige Male wühlten sich die Hinterräder fast im Stand in den Schlamm. Und doch ging es weiter, immer weiter. Sollten wir das hier so durchziehen? Aber zurück? Zurück durch diesen Schlamm, nee! Außerdem wurde es sonst nach der Kehre besser, nur heute nicht wirklich. Das war ein echter Schlammweg! Im nächsten Jahr wird dieses Ding nicht mehr gefahren. Total erschöpft kamen die Biker in verschiedenen Gruppen wieder auf den Schotterweg, der zur Herlingsburg hinauf führt. Ja, hinauf - nochmal beißen! Die Steigung beträgt hier auf 200m durchschnittlich 18%. Oben an der Herlingsburg mussten die Räder oberflächlich gesäubert bzw. die Schaltungen gangbar gemacht werden. Nach einer Stärkung stellte ich plötzlich fest, dass es schon 15:30 Uhr war. Das war eigentlich die geplante Ankunftszeit...

Der nun folgende Trail auf Nadelfilz war teilweise von Waldmaschinen verwüstet. Es ist zwar ein offizieller Wanderweg, aber es sah schon sehr nach Absicht aus. Mitten auf dem Trail tat sich plötzlich ein riesiges Loch, besser Krater auf. Aber es hatte sich bereits eine Ausweichstrecke gebildet. Wieder führte uns ein schlammig aufgewühlter Weg zu einem Verbindungspfad, der uns auf eine Wiese führte. Auch der Kixmühlentrail wurde seinem Ruf gerecht. Wir konnten aber abwärts zügig durch das Feuchtgebiet, ein kleiner Bachlauf kreuzt den Pfad, biken. Die letzte Auffahrt zum Hagen war entspannt auf Asphalt. Ein letzter enger Einspurweg führte die Biker durch ein Tannenwäldchen und Buchenwald.

Zur Entspannung ging es jetzt auf 4 km abwärts zum Ausgangspunkt. Hier wurden Biker für das Überstandene mit Kartoffel- und Kürbiscremesuppe und noch lauwarmen gedeckten Apfelkuchen nach 'MüllerŽin Art' entschädigt. Das hat allen gut gefallen, Danke! Die angekündigten Tourdaten von mindestens 50km und 1500Hm wurden überschritten.

Hajo

2. Pyrmonter Classics

Quasi als Gegenstück zu den 100km Süntel classics sind 2012 die Pyrmonter classics als Start in die Wintersaison entstanden. Den Sommer über messen sich einige Winterbiker deutschlandweit zusätzlich zum Rennradfahren noch gleichzeitig im Schwimmen und Laufen.

Und nach Ende der Triathlon-Serie fanden am 19.10.13 nun die 2. Pyrmonter classics statt. Leider sagten 2 Biker kurzfristig ab, so dass sich Dieter, Hajo und Thorsten um 10 Uhr auf den Weg machten. Es sind keine 100km, sondern nur 50km mit 1400 - 1500 Hm. Dafür werden aber neben Waldwegen auch mehrere Trailstrecken befahren. Pausen werden auf das Notwendigste begrenzt. Bei dieser Ausfahrt besteht immer ein gewisser Druck auf der Pedale, das Tempo ist flott. Trotzdem summierte sich die Standzeit am Ende auf stolze 1:30 Std. Das war aber nur den tollen Aus- und Fernsichten bei herrlichen Herbstwetter geschuldet (Schellenturm, Bismarckturm, Ottensteiner Hochebene).

Die Strecke führt im Uhrzeigersinn rund um den Pyrmonter Talkessel. In diesem Jahr hat sich der anlässlich des hundertjährigen Bestehens restaurierte Bismarckturm zusätzlich angeboten. Eine Besteigung war leider nicht möglich. Die Erstbesteigung nach der langen Schließung ist der Bürgermeisterin am 20.10.13 vorbehalten. Dafür konnte der Veranstalter aber die Vorzüge des Königsberges präsentieren - der Einspurweg hat immerhin 27 % Gefälle.

Insgesamt drei Anstiege lagen oberhalb der 20 % Marke, in der Spitze waren es 22 %. Und es waren wahrlich keine kurzen Steigungen. Neben der Auffahrt zur Ottensteiner Hochebene sticht dabei für mich der Anstieg zur Herlingsburg hervor. Der Gesamtanstieg kommt mit einer Länge über 6,5km von 93m auf 337,4m mit einigen kurzen Höhenverlusten sowie mit Trailanteil, dieses Jahr aufgewühlt durch Wildschweine, daher. Die letzten 400m sind steil und schaffen es auf 21 % - aber alles wurde gefahren.

Höhepunkte in Stichworten: Als Abschluss hat sich ein gedeckter Apfelkuchen aus dem Holzofen bewährt. Die Früchte dazu wurden einem Ritual folgend am Tag der Veranstaltung im Morgengrauen geerntet. Um zu einem Gelingen der Tour und des Kuchens beizutragen, wurde dabei der nachstehende Vers leise aufgesagt:
Der Biker von Grießem im Hummeland
Ein Apfelbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Äpfel leuchteten weit und breit,
Da backte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Karen von Müller beide Bleche voll,
Und kamen in Pantinen die Biker daher,
So rief sie: »Biker, wiste 'nen Kaucken?«

Die Biker waren sich einig - das war ein pefekter Biketag!
Hajo




Hajo wurde im Rahmen der 2. Pyrmonter Classics für
fünf erfolgreiche Teilnahmen an den Süntel 100 Classics geehrt.