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Mit eigener Kraft quer durch Amerika

Bakede/Washington (jhr). Nur ein kleiner Aufkleber, aber der macht deutlich, woher Markus Deiter die Kraft nimmt. 'Süntelbiker' pappt auf der Verkleidung seines Milan. Wenn der 40-jährige Bakeder mit ihm heute auf die letzte Etappe, die 170-Kilometer-Strecke Richtung Washington, einbiegt, liegen vier Wochen und ein Roadtrip der ganz besonderen Art hinter Deiter und seinen fast 50 Mitstreitern: Eine Fahrt quer durch die USA. Mehr als 5000 Kilometer mit den Füßen auf den Pedalen seines Velomobils.

Wie kommt man auf die Idee, die USA mit einem Liegerad zu durchfahren? Deiter tut sich mit einer kurzen Antwort schwer: 'Vielleicht war es die sportliche Herausforderung: in vier Wochen an fast jedem Tag durchschnittlich über 200 Kilometer mit dem Rad zu fahren. Oder der Gedanke an die landschaftlichen Highlights: die Rocky Mountains, die Weiten Montanas und der Dakotas, die Appalachen, Chicago, Washington DC', sagt er. Auf jeden Fall sei die Gelegenheit günstig gewesen, weil sich Deiter an einer organisierten Tour beteiligen konnte: Mit 50 weiteren Velomobil-Piloten, die Hälfte aus Europa und die andere Hälfte aus Amerika, startete der Bakeder zum 'Roll over America' (ROAM).

Zur Vorbereitung versuchte Deiter zu Beginn des Jahres, so viel wie möglich im Velomobil zu sitzen und Kondition zu tanken. Als das Velomobil Richtung Staaten verschifft worden war, stieg der Bakeder aufs Mountainbike. 'Bei den ersten längeren Frühjahrstouren habe ich dann bemerkt, dass mir die eine oder andere Trainingsstunde gefehlt hat. Da kam mir die Bakeder Aktion 'In 80 Tagen um die Welt' als Motivationsspritze gerade recht', sagt er.

Ein Vorteil im Velomobil: Durch die 'Liegeposition' und die Verkleidung sei sein Milan wesentlich ergonomischer und effizienter fortzubewegen als ein Mountainbike oder Rennrad. Reisegeschwindigkeiten um 40 Stundenkilometer und Tagesetappen von bis zu 270 Kilometer sind möglich.

Zur Vorbereitung gehörte für den Bakeder auch die Auswahl der richtigen Nahrung für die körperliche Herausforderung. Geeignete Kleidung musste ausgesucht und getestet werden, das Rad auf teilweise sehr schlechte Straßen in den USA vorbereitet werden.

Außergewöhnlich war für den Süntelbiker während des 'ROAM' bisher die 'unglaubliche Unterstützung der Liegeradfahrer aus Portland und Umgebung'. Während der Tour fotografierte er eifrig, um landschaftliche Höhepunkte und Eindrücke wie beispielsweise die langen Täler der Rockys festzuhalten.

Mit dabei ist noch ein weiterer Münderaner: Volker Mensing aus Nettelrede begleitet die Velo-Mobilisten mit einem speziell für die Tour umgebauten 1978er Dodge PickUp als 'Besenwagen', um Fahrer mit technischen oder konditionellen Problemen aufzusammeln. Kurios am Rande: Das Kennzeichen, mit dem Mensing quer durch die USA reist, beginnt mit 'HM' das Auto wurde erst im letzten Herbst aus den USA importiert und technisch restauriert.
DEWEZET 24.08.2011




'Heute ist die Route einfach: Erst 40 Kilometer geradeaus, dann rechts, nach wenigen Kilometern wieder links und dann den Rest des Tages wieder geradeaus', schreibt Markus Deiter in seinem Online-Tourbuch zu diesem Bild typisch gleich für einige Tage der Tour.



Ein ganz besonderer Moment: Die Velo-Mobilisten fahren auf den rund 50 Kilometer entfernten Mount Hood, 3425 Meter hoch, zu.



Nur mit Sonnendach und Kühlweste zu ertragen: Markus Deiter fährt bei 35 Grad.



Besenwagen in Aktion: Volker Mensing hilft den Teilnehmern bei technischen Problemen.



Vielen Dank an das Mindener Tageblatt für die Genehmigung der Veröffentlichung!