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Aus dem Leben eines Süntelbikers

Oder: Versuch der Vorstellung eines neuen SB

25.5.1965:
In Hildesheim erblickt Michael M. in Hildesheim das Licht der Welt. Er macht sich noch keine Gedanken über Fahrräder, da Mama ihn trägt. Alle Fahrzeuge, in denen er liegt haben 4 Räder und fremde Antriebe, sehr bequem.

Anfang 1966:
Der junge Michael wird genötigt, sich aufrecht fortzubewegen. Das ist zunächst sehr anstrengend, eröffnet aber auch ungeahnte Möglichkeiten der Horizonterweiterung.

Irgendwann ca 1969:
Man bietet dem jungen Michael ein Kettcar an. Toll, man sitzt bequem und kommt trotzdem vorwärts. Wieso ist da kein Motor dran? Auch eng gefahrene Kurven zeigen Grenzen bezüglich der Straßenlage auf, nach einigen Wochen sind die Wunden verheilt.

Ca 1971/2:
Der junge Michael bekommt ein Kettcar mit nur 2 Rädern, die Erwachsenen nennen es "Fahrrad". Auch diese Kennenlernphase verläuft nicht ohne Blessuren, das Gefährt ist aber besser für weite Strecken geeignet als das gute Kettcar.

1975:
Einschulung am Gymnasium in Hannover, der Schulweg beträgt nun gute 5 Kilometer und wird fast nur mit dem Fahrrad zurückgelegt. Versuche mit Bus und Bahn enden mit negativer Bewertung.

1980:
Spanisch AG in der 0. Stunde. Im Winter zieht der junge Michael die ersten Spuren durch den unberührten Schnee der Eilenriede und findet das klasse. Merkwürdig. Michael lernt über die Volkssternwarte Hannover andere Sterngucker kennen, die im Süntel zwischen Langenfeld und Hattendorf eine Außensternwarte betreiben. Erste Exkursionen mit dem Fahrrad nach Langenfeld und Fahrten im Süntel.

Nach 1981:
Astronomische Beobachtungen im Süntel und in Duingen, meist mit dem Fahrrad. Zunehmend Kontakt mit vergorenen Flüssigkeiten, nächtliche Orientierungswanderungen im Süntel. Blutbachquelle und Totental werden erwandert und mit normalen Fahrrädern erobert. Mehrere Nachhilfeschüler über Hannover verteilt erfordern an manchen Tagen knapp 80 km Tagespensum. Michael ist schlank und topfit. Gewicht: 65 kg

Juli 1984:
Das jähe Beziehungsende mit einer jungen Dame setzt Geld frei, das für einen gemeinsamen Urlaub geplant war. Das Geld wird in ein Rennrad umgesetzt und mit einem Freund werden regelmäßige Fahrten von Hannover zum Nienstädter Paß durchgeführt. Erster Urlaub in den Alpen mit dem Rennrad. Vom Turner See zum Seebergsattel sind es 1400 Höhenmeter und 60 km. Freund Stefan schafft es knapp unter 2 Stunden, Michael braucht 2 Stunden 6 Minuten. Freunde zweifeln am Geisteszustand.

1984 bis 1992:
Studium an der Uni Hannover. Mit dem Fahrrad gibt es überall Parkplätze vor der Tür und Staus gibt es nur für Autos. Bordsteine können Felgen wehtun. Der junge Michael sieht die ersten Mountainbikes. Damit könnten Bordsteine ihren Schrecken verlieren, Cantilever Bremsen könnten im Berufsverkehr auch toll sein.

Ca 1989:
Der junge Michael versucht bei einer Nachtwanderung auf die Hohensteinklippen das Herz einer jungen Dame zu erobern. Klappt nicht, Mist. Wer da oben nicht romantisch wird, ist sowieso nicht die Richtige.

1993:
Der immer noch junge Michael fängt bei Blaupunkt in Hildesheim an zu Arbeiten. Der Weg zur Arbeit wird mit dem Auto zurückgelegt. Wie uncool. Der junge Michael vermisst das Radfahren. Allerdings ermöglicht der plötzliche Geldregen den Kauf eines Mountainbikes von Univega. Ungefederter Stahlrahmen, Cantilever Bremsen. Es wird aber nicht so oft wie gewünscht eingesetzt.

1995:
Heirat. Der immer noch junge Michael wiegt inzwischen 75 kg. Radfahren ist nur noch Nebensache und wird immer noch vermisst. Innerhalb Hannovers ist Radfahren aber immer noch die beste Fortbewegungsmethode.

1997:
Die Ehe zeigt Folgen. Um den Kindern eine nette naturnahe Umgebung zu bieten, zieht die Familie nach Mehle. Erste Erkundungen des Osterwaldes mit dem Univega. Die Welt ist wieder schön. Der immer noch junge Michael ist glücklich, endlich wieder Fahrrad. Die Dorfbewohner sind irritiert über das Verhalten des Städters.

2007:
Der immer noch junge Michael wiegt 85 kg. Mit Kollegen von Bosch werden Radtouren im Hildesheimer Wald und Osterwald unternommen. Dirk hat ein gefedertes Bike. Braucht man so was?

2008:
Bei FunCorner in Hameln wird ein Cube Fully gekauft. Scheibenbremsen sind eine deutliche Verbesserung der Bremsleistung gegenüber den alten harten Bremsklötzen des Univega. Der Osterwald wird weiter erkundet.

April 2009:
Auf dem Fast wird der junge Michael von einem ebenfalls jungen Mann angesprochen, der eine sehr sauberes ungefedertes Bike fährt. Der ungefederte Mann weist auf eine Vereinigung von Schlammfreunden hin. "Wir sind nicht so schnell aber sehr schmutzig!".

30.05.2009
Der immer noch junge Michael fährt das erste Mal mit den Süntelbikern mit, schafft es aber nicht den Altersdurchschnitt bei der Ausfahrt unter 50 zu drücken. Wehmütig werden alte Erinnerungen aufgefrischt. Irgendwie sah das früher alles anders aus.

November 2009:
Stolz wie Oskar befestigt der immer noch junge Michael den Aufkleber "Süntelbiker" an seinem Cube.

11.12.2009
Weihnachtsfeier der Süntelbiker. In normaler Kleidung erkennt der immer noch junge Michael die Biker kaum.
Michael M.s Resumee der SB-Saison 2010