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SB SiS - SüntelBiker Schlaflos im Sattel


unsere Werkzeuge für das MTB-Nachtrennen: von Liegerädern umgebene Liegeräder


Wegen einer unüberlegten Bemerkung in einem Internetforum für Liegeräder stand ich plötzlich auf der Teilnehmerliste für Schlaflos im Sattel XIII: ROAM-Veteran Felix hat mich in sein 2er-Team 'Lass das Liegen' aufgenommen, und so standen wir mit unseren auf Trails getrimmten Liegerädern am Start dieses legendären Nacht'rennens' im Pfälzer Wald: Dunkel, kalt und hart !

Die Strecke selbst war für MTB relativ leicht zu fahren (eine Runde ist etwa 12km lang und hat knapp 250hm), mit meiner Liege sah das etwas anders aus. Die Wege dort sind sehr sandig, und einen breiteren Reifen als 35mm bekomme ich im Hinterbau nicht unter. Mit der ungedämpften Gabel über Wurzelteppiche zu hoppeln oder kurze >100%-Rampen runter zu fahren war auch nicht ohne. Aber ich konnte die komplette Strecke bis auf einen Umfaller (ich war zu langsam...) durchfahren. Es gab MTBler, die an einer steilen Rampe abgestiegen sind... Unterwegs gab es durchweg positive Kommentare und Anerkennung für unsere Art der Fortbewegung. Wegen der Trockheit und der sandigen Gegend dort bekamen wir weiter unten auch deutlich mehr von dem aufgewirbelten Staub zu schlucken als die aufrechten Kollegen.

Nach dem Schwur ('Ich schwöre, dass ich mich auf dem Trail nicht wie ein Arschloch benehmen werde, sonst soll mich der Blitz beim Kacken treffen!') ging es nach Sonnenuntergang auf die Reise, Felix hatte die erste Runde übernommen. So fuhr ich meine erste Runde dann in absoluter Dunkelheit, und schnell kam die Erkenntnis, das ich meine zwei Testrunden im Süntel nicht nur bei Tageslicht hätte fahren sollen. Das am Lenker montierte Licht war genau in meiner Sichtachse positioniert, und dadurch konnte ich keine Schatten sehen. Die zusätzliche Helmlampe machte es kaum besser. So konnte ich die Wurzeln im Dunkeln kaum noch erkennen, und das Gehoppel wurde noch schlimmer. Selbst Sandlöcher waren schlecht zu erkennen, so bin ich ein oder zweimal in solchen hängen geblieben. Die beiden Downhills bin ich einigermaßen runtergekommen, es war wegen der Gabel nur schwer die Spur zu halten. Einige Male habe ich meine Trinkflasche verloren, die dann am Trinkschlauch zwischen Sitz und Hinterrad baumelte. Apropos Sitz: dieser ist bei der zweiten Rampenbezwingung am Ende gebrochen, ich konnte die Runde aber noch zu Ende fahren. Zum Glück hatte ich vorsichtshalber das Trek mitgenommen, so konnte ich nach kurzer Lichtumrüstpause zur nächsten Runde aufbrechen. Gegen 23.45 Uhr war mein erster Turn dann beendet.

Jetzt wollte Felix zwei Runden drehen, also standen etwa 2.5h Pause für mich an. Schlafen war aber nicht, denn es hieß ja 'Schalflos', und darum hat der DJ Musik aufgelegt, die einen nicht zur Ruhe kommen ließ, so furchtbar war die...

Daher habe ich mir den Fotoapparat geschnappt und versucht ein paar brauchbare Fotos am Downhill zu bekommen. Daraus wurde mangels Blitzleistung nichts, also ging ich zum Verpflegungstand und ließ mir die Nutella-Hefezöpfe schmecken. Aus den 2.5h sind dann aus unterschiedlichen Gründen fast 4h geworden, Felix hatte keine Lust mehr auf weitere Runden und so startete ich kurz vor vier Uhr, um die Nacht zu Ende zu fahren. Mit der von Andreas P. geliehenen BigBang wurde die Nacht zum Tag und die Trails und Downhills zu holprigen Radwegen.

Die letzte Runde musste vor 5.59 Uhr angetreten werden, um noch in die Wertung zu kommen. Dadurch war klar, das ich nur noch drei Runden schaffen würde, also ließ ich es bergan sehr locker angehen. Die Trails waren zum Trödeln dann aber doch zu schön. Als auf der letzten Runde der Morgen dämmerte, waren nur noch wenige Biker unterwegs. Und der Zieldownhill machte mit dank natürlicher Beleuchtung offenen Bremsen noch mehr Spaß :-))

'Dunkel, kalt und hart' - in diesem Jahr hätte 'Dunkel, warm und staubig' besser gepasst.
Markus


die Verpflegungsstastion mit Nutella-Hefezöpfen!


morgens, halb zwei in Deutschland