Eierbacken am Himmelfahrtstag


Ich weiß von meinem Vater, Fritz Boose, dass unser Nachbar Fritz Lange, geb. 1880, und einige Gleichgesinnte in den dreißiger Jahren am Himmelfahrtstag zum Finnenberg gingen, um dort am Waldesrand Spiegeleier zu backen und einen Schnaps zu trinken. (Fritz Lange war Jagdaufseher des Jagdpächters Lutz Lippoldes aus Fischbeck, und war somit mit Feld und Wald recht vertraut.)

Diese Art Himmelfahrt zu feiern fand bei den jungen Burschen schnell Anklang und Nachahmer, Ich weiß von Heinrich Peter, Mexiko geb. 1916, dass ab nun viele Höfinger mit Bratpfanne und Getränken bewaffnet zum Finnenberg zogen. Lt. Heinrich Peter kam es in den Jahren schon mal zu, vorsichtig gesagt, 'Trinkgelagen'. Dann kam der Krieg und alles war aus.

Nach dem Krieg (1949?) wurde der Brauch von der Höfinger Feuerwehr wieder aufgenommen. Der 'Spiegeleierweg' wurde als Backstelle ausgesucht. Die Beteiligung der Höfinger und auch der Fischbecker war sehr gut. Als Feuerstelle dienen Feldsteine und im Wald gesammeltes Holz. Die Bewirtung wurde anfänglich vom Gastwirt Fritz Boose und später vom Gastwirt F.-W. Spilker übernommen. Dieser Brauch hat sich bis in die jetzige Zeit erhalten, allerdings macht seit einigen Jahren die Höfinger Feuerwehr alles ein Eigenregie!

In den Jahren 1980 - 81 haben sich auch Höfingern Frauen getraut im Finnenberg den Himmelfahrtstag zu begehen. Es war eine fröhliche Runde. Ich weiß nicht, warum die Sache dann wieder eingeschlafen ist.

Aufgeschrieben am 21.04.2005 von Horst Boose, Fotos: H.B.

Eierbacken 2017






Vielen Dank für die Bilder an Jörg Hachmeister! Ältere Bilder (1980/81) können auf der Hauptseite über die Bildersammlungen angewählt werden.