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Michael Fleischer

MEIN KAMPF ZURÜCK INS LEBEN!

Mein Name ist Michael Fleischer.
Dies ist meine Geschichte vom Tag vor meinen Unfall bis heute.

Es war der 08. Dezember 2002. Meine Schicht begann um 11 Uhr morgens, in Nachtclub, wo ich arbeite. Die Arbeit als Barkeeper machte mir viel Spaß, sie war abwechslungsreich und ich hatte mit vielen Menschen zu tun, die aus den verschiedensten finanziellen Schichten kamen. Meine Schicht verlief gut und ich hatte den ganzen Tag zu tun. Gegen 22.30 Uhr klingelte mein Handy, mein Kumpel Jimmy rief mich an und bat mich nach meiner Arbeit noch zu sich in den Nachtclub zu kommen. Gegen 23 Uhr machte ich meine Abrechnung, übergab ich die Theke und machte Feierabend. So gegen 0 Uhr war ich dann bei Jimmy, wir besprachen ein paar Sachen und fuhr danach nach Hause.

Am 09. Dezember fuhr ich gegen 16.30 Uhr zum Nachtclub wo ich arbeitete, weil mich mein Chef gebeten hatte sein Quad für ihn, für den Winter in seine Garage zu fahren und dort abzustellen. Bis hierher weis ich noch alles selbst, den Rest weiß nur durch Erzählungen. Gegen 17 Uhr fiehl das Licht aus, ich beugte mich während der Fahrt vorn über um an den Kabeln zu rütteln: Dabei fuhr ich ich frontal in den Gegenverkehr und bin mit einem Auto zusammen gestoßen. Der Aufprall war so gewaltig, das ich ca. 15m hinter dem Auto aufkam und dabei sogar meinen Helm verloren habe. Der herbeieilende Notartzt behandelte mich ca. 3 h am Unfallort bevor ich ins Krankenhaus gefahren wurde. Im Krankenhaus dauerte die erste Op über 8 h und danach wurde ich für 2 Wochen ins künstliche Koma gelegt. In der Zeit bis zum 06. Februar wurde noch 8 mal operiet, in dieser Zeit bekam ich einieges im Unterbewustsein mit und wurde dann mit dem Hubschauber nach Leezen am Schwerinersee geflogen.

Bei dem Unfall hatte ich folgende Verletzungen: Schädelfraktur vr., Handwurzelfraktur., beidseitiege instabile Beckenfraktur, Oberschenkelfraktur r., Trümmerfraktur im r. Knie, offene Schienbeinfraktur r., das Zwergfell ist über den Magen beim Aufprall geruscht, Lungenquetschung der rechten Lungenflügel und das schlimmste, eine Blutung im Stammhirn.


In Leezen, lag ich noch bis zum 30 September auf Intensivstation. In diesen halben Jahr war ich dem Tot näher als dem Leben! Ich hatte 5 Lungenentzündungen, 2 Lungenenbolien, mir wurden 2 mal Lungendrainagen gelegt, hatte ein Loch in der Lunge, hatte eine Bakterielle Vereiterrung und wurde noch 4 mal operiert. In dieser Zeit hatte ich eine Durchschnittskörpertemperatur von 38.5 Grad Celsius. An meinen 29. Geburtstag war meine Mutter bei mir. Sie meinte, wenn man in meine Augen gesehen hat würde man denken, ich wär auf einen Trip! Mein Bedarf an Schmerzmitteln war so stark, das mir sogar Morfiate verabreicht wurden. Während der Zeit auf Its. wurde mit mir auch Krankengymnastik gemacht, die mich so oft und lange auf den Bauch gelegt das meine Op Narbe aufplatzte und Sie auf 30 cm Länge aufriss.

Am 30. September 2003 wurde auf die Wachstation verlegt, bis anfang November habe ich alles um mich herum so halb war genommen. Ab diesen Moment kam für mich der Schock meines Lebens und stellte fest, dass ich meine Arme; Beine und meinen Oberkörper nicht mehr bewegen kann, außerdem konnte ich nicht mehr kauen, schlucken und sprechen.


Ich machte schell die ersten körperlichen Fortschritte, fing an im Rollstuhl zu sitzen und war auf den Stehtisch (das ist ein Tisch auf den man geschnallt wird und der im Winkel verstellbar ist, von Horizontal bis auf 85 Grad). Ich begann auch mit den Essens und Sprachtraining. Anfang Dezember 03 habe ich dann einen Proberollstuhl von der Firma MEYRA mit Kinnsteuerrung für ein paar Wochen zur Verfühgung gestellt bekommen, um zu sehen ob ich mit dem Handling klar komme.

Über Weihnachten kam der nächst Rückschlag, ein Magengeschwür! Auch das noch, die nächsten Tage mußte ich mich 5-6 mal pro Tag übergeben so das zum Schluß noch Galle kam, nicht gerade appetitfördernd. Mir wurde dann nach ca. 5 Tagen ein Überlaufbeutel an die Magensonde gehängt und auf Grund meiner schlechten Venen , wurde mir ein zentraler Venenkateder(ZVK) unter der ersten Rippe gelegt. Nach ungefähr 3 Wochen war ich dann wieder halbwegs auf den Damm. Dann kam ein Monteur der Firma MEYRA und ich durfte mir nach Katalog ein Grundgestell aussuchen, der Rest mußte ausgemessen und als Einzelteilfertigung gebaut werden. Die Maßanfertigung war aufgrund meiner Körpergröße notwendig, ich bin nämlich 205 cm lang. Ich machte mit den Therapien weiter, und konnte mittlerweile wieder essen, kauen, schlucken und wieder die ersten Worte sprechen.

Dann kam der nächste Rückschlag eine Wundrose, die legte mich wieder für 2 Wochen außer Gefecht und warf mich wieder um Wochen zurück, es war zum Heulen so ging das in einer Tour bis Mitte Mai. Dann wurde mir meine Kanüle gezogen, über die ich lange Zeit auf der Intensivstation künstlich beatmet worden bin. Als das Loch nach 6 Wochen immer noch nicht zu gewachsen war, wurde es mir zugenäht. Bis zum 30. Juli sind kein Fortschritte gemacht worden und wurde von meiner Krankenkasse in ein Pfegeheim für Behinderte geschickt, mit der Option nach ca. 6 Monaten einen REHA-Aantrag zu stellen um nochmal den Kampf aufzunehmen, um wieder mehr von den zurück zu erarbeiten was ich beim Unfall an Körpermotorik verloren habe.

Der Transfer war diesmal nicht so luxurios mit einem Heli, sondern mit einem Krankentransporter. Die Fahrt hat fast 5 Stunden gedauert und ich war froh als ich endlich in Bückeburg angekommen war.

Die erste Woche lag ich nur im Bett bis mir mein Rollstuhl endlich geliefert wurde. Doch was ich dann sah war in meinen Augen eher ein mobiles umfunktioniertes Bügelbrett! Ich habe mich unheimlich geärgert und habe der Person die den Rollstuhl so bestellt hatte meinen Unmut Kund getan (auf Deutsch: Ich hab geflucht wie ein Rohrspatz). Dann wurde mir 2 Wochen später ein Rollstuhl mit dem entsprechenden Sitz gezeigt. Es wurde Probe gesessen und wurden Maße neu aufgeschrieben, wie z.B. Länge der Fußstützen, Ellenbogenhöhe und die Höhe der Kopfstütze für den Motor, der die Kinnsteuerung vor und abschwenkt. So weit so gut, jetzt dauerte es wieder eine Ewigkeit bis die Krankenkasse die nötigen Umbauarbeiten genehmigte.

Ende August war im Pflegeheim dann Sommerfest, mir wurde ein Rollstuhl besorgt und ein Gurt der meinen Oberkörper fixierte. Es war ein schöner Tag, die Sonne scheinte meine Eltern und ein paar Verwandte besuchten mich. Es gab mehrere Stände, ein Festzelt und eine kleine Bühne wo eine Western-Tanztruppe auftrat. Am 8. Sptember mein 30. Geburtstag, meine Familie besuchte mich und es gab Cafe und Kuchen. Das war das letzte Mal wo ich für längere Zeit im Rollstuhl saß. Anfang Oktober wurde dann von der Krankenkasse der Umbau des Rollstuhls genehmigt. In der ersten Novemberwoche wurde der Rollstuhl dann ausgeliefert, ich war echt froh, das meine Tage im Bett gezählt sein sollten! Aber es kam alles anders, der Rolli hatte einen Defekt nach der Probefahrt. Er wurde also wieder mitgenommen und eine Woche später zurückgebracht.

Dann kam der nächste Hammer, der Fixiergurt wurde in Größe S stallt XL bestellt. Ich dachte: Wollen die mich hier alle verarschen! Es half nix, ich mußte wieder 3 Wochen warten bis der Gurt da war. Jetzt sollte nun der große Moment kommen, Rolli da, richtiger Gurt da und dann........ ahhhr, jetzt rastete ich aus und fluchte und wetterte über die DÄMLICHKEIT, der dort arbeitenden Frauen. Mein Gott, so viel Dummheit muß doch weh tun. Man hatte den Rolli nicht ausgeschaltet und die Batterie war nicht nur leer, sondern total im Arsch. Also wurde der Rolli wieder abgeholt und repariert.


Am 15. Dezember kam ich dann zu meinen jetzigen Aufendhaltsort, die Neurologische Klinik in Hess. Oldendorf. Am ersten Tag war es recht ruhig, es wurden die normalen Untersuchungen gemacht und sonst so die üblichen Dinge bei einen Zugang. Am zweiten Tag wurde mir dann ein Liegerohlstuhl gegeben und ich saß das erste mal wieder in die Senkrechte. Die Therapien waren am Anfang hart und ungewohnt und ich hatte die ersten Tage auch Probleme mit den Kreislauf. Am Freitag war es dann soweit, mein Rollstuhl war da..... und es passte und funktionierte alles, ein kleines Wunder (es hat ja auch nur fast ein Jahr gedauert). Am Montag vor Weihnachten mußte ich in die Zahnklinink, dort wurden mir mir 2 normale Zähne und 2 Weisheitszähne gezogen. Ich kann euch sagen, ich konnte einen Hamster Konkurenz machen. Bis Mitte Januar verlief alles gut, aber mir machten meine Drähte in der Handwurzel Ärger, also raus damit. Seit diesen Zeitpunkt verläuft alles normal, mittlerweile ist meine Unbefristete Kostenzusage durch und als nächtes steht eine Austestung für ein Spastikmittel an, wenn es positiv verläuft wird mir eine Pumpe in den Bauchraum operiert und das Mittel wird über einen Kateder in den Rückenmarkskanal gefördert, die benötigte Menge kann eigestellt werden und zwischen 50 und 1000 Einheiten fördern.

So ihr lieben Leute, ich bedanke mich für euer Interesse!

Diesen Text, habe ich mit Hilfe der Integra-Mund-Mouse und der Bildschirmtastatur erstellen können.

Meine Geschichte um meinen Kampf zurück ins Leben, wird laufend aktualisiert um euch auf dem laufenden zu halten!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Ärztinen, Ärzten, Schwestern, Pfleger,den Therapeuten Teams und meiner Psychologin bedanken, ohne die ich heute nicht da wär wo ich jetzt bin! Mein besonderer Dank gilt Herrn J.Schaper ohne seine EDV Kenntnisse mir ein kommunizieren und Austausch von Erfahrungen über das Internet gar nicht möglich wären.

Meine Eltern und meiner Schwester möchte ich am allermeisten danken, den Sie geben mir den Rückhalt den ich brauche, für meinen Kampf zurück ins Leben!


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Text: M. Fleischer  Umsetzung: j. schaper

Nachtrag:
Mein Name ist Michael Fleischer. Ich wurde am 08.09.1974 in Lemgo geboren. Meine Kindheit verlief normal, mit 12 Jahren entdeckte ich mein Interesse am Motorsport. Mit 13 Jahren lernte ich autofahren und mit 14 fuhr ich mein erstes Autocross-Rennen. Mit 17 fuhr ich meine letzte Saison bei den Spezialtourenwagen Klasse 6, wo ich mit meinem umgebauten VW Polo den Vizejuniorentitel der DMC Meisterschaft gewann.

Mein beruflicher Werdegang begann am 01.08.1991 mit der Ausbildung zum Industriemechaniker. Nebenbei arbeitete ich als Türsteher und legte die Prüfung zur Qualifikation für sicherheitsdienstliche Arbeiten ab.

Nach Beendigung der Ausbildung ging ich für 2 Jahre zur Bundeswehr. Ich diente als Marine-Waffentaucher und war bei einer NATO-Spezialeinheit im Einsatz, durch die ich in der ganzen Welt herumgekommen bin: Norwegen, Schweiz, Russland, Schottland und England. Im Juli 1995 liefen wir mit 3 Schiffen Richtung Asien aus. Unterwegs haben wir viel erlebt.

Im Dezember 1997 erreichten wir wieder Wilhelmshaven, unseren Heimathafen. Nach meiner Bundeswehrzeit habe ich ein Jahr als Gerüstbauer gearbeitet. Ab September 2001 machte ich dann meinen jahrelangen Nebenjob zum Hauptberuf und wurde Türsteher und Personenschützer.

Aufgrund meiner vielen Bekanntschaften jobbte ich bis zu meinem Unfall am 09.12.2002 als Barkeeper und Sicherheitsbeauftragter in einem Nachtclub.