Excalibur in Italien

Unsterblichkeit hat einen Namen: König Artus. Die abenteuerlichen Geschichten über den mythischen Heros und sein Gefolge zählen zu den populärsten des Abendlandes. Höfische Literaten und Minnesänger sorgten dafür, dass die Heldentaten im Volk eine rasche Verbreitung fanden. Sie dienten im 12. und 13. Jahrhundert als Vorbild für die Ideale des Rittertums und faszinieren uns bis heute.

Geschichtlich gesicherte Zeugnisse sind rar. Die meisten Berichte über Artus' Leben und Wirken beruhen auf Legenden.

Angeblich wurde der mythische Held um 500 n. Chr. König von Britannien. Er verteidigte sein Reich gegen die angelsächsischen Angreifer, führte erfolgreiche Feldzüge gegen die Gallier und stellte sich in der Schlacht von Saussy gegen die Römer. Es heißt, er war der Schützling des Druiden Merlin und Gründer der Tafelrunde. Außerdem sorgte er für die Einhaltung der Gesetze und stand den Notdürftigen zur Seite. Mit seiner treuen Gefolgschaft machte sich Artus dann auf die Suche nach dem heiligen Gral.

Die Abenteuer um König Artus muten fantastisch an. Zweifel an ihrem Wahrheitsgehalt sind verständlich. Was fehlt ist ein echter Beweis, etwa ein handfester Gegenstand, der die Geschichten um ihn und seiner Tafelrunde belegen könnte.

Neben dem Gralsmotiv zählt das Schwert im Stein zur wichtigsten Symbolik der Artus-Legende. Demnach soll der junge Held zum König gekrönt worden sein, nachdem er ein magisches Schwert aus einem Fels gezogen hatte, auf dem geschrieben stand: Derjenige, dem es gelingt, mich aus diesem Stein zu ziehen, soll von Geburt wegen König ganz Britanniens sein. So schildern es Artus-Berichte aus dem 13. Jahrhundert.

Die frühesten Dokumente zur Artus-Sage sind nicht in England, sondern in Italien zu finden. Die eindrucksvollsten Indizien für eine anfänglich italienische Verbindung zur Sage sind in San Galgano (südwestlich von Siena) zu finden. In der Einsiedelei von Monte Siepi findet man ein Schwert im Fels!


Quelle: wikipedia


Bei missglücktem Versuchen, das Schwert aus dem Stein zu ziehen, war es in der Vergangenheit leider zu Beschädigungen gekommen, zuletzt im Jahr 1991. Um neue Vandalenakte zu unterbinden, wird der Platz seither von einer durchsichtigen Plexiglaskuppel geschützt.

Die wichtigsten Fragen sind: wie alt ist das Schwert? Steckt es wirklich bis zur Spitze im Stein? Oder sollte nur ein abgebrochener Griff diese Illusion vermitteln? Im Jahr 2001 belagerten Spezialisten der Universität Padua mit einem speziellen Bodenradar das Galgano-Heiligtum. Geräte dieser Art werden üblicherweise zum Aufspüren unterirdischer Hohlräume verwendet. Hier ging es darum, festzustellen, ob und wie weit das Schwert im Stein steckt.

Das Ergebnis verblüffte alle Experten: Galganos Waffe reicht tatsächlich tief in den Fels hinein, ohne dass kleine Zwischenräume vorhanden wären. Das Schwert wurde mit aller Kraft in den steinharten Fels gerammt, als wäre es Butter! Eine logische Erklärung dafür fehlt. Und was das Alter betrifft: Professor Luigi Garlaschelli, Chemiker der Universität von Pavia, lies metallurgische Tests durchführen. Die Sensation: Das Schwert konnte auf das Jahr 1180 zurückdatiert werden!

nach Reinhard Habeck, 'Bilder die es nicht geben dürfte'