Fünfeichenweg
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Fünfeichenweg



Die Geschichte des Fünfeichenweges ist auf zwei Kriege zurückzuführen. Dabei handelt es sich um den 30jährigen Krieg (1618-1648) und den 7jährigen Krieg (1756-1763).

Vor Beginn des 7jährigen Krieges war mehr als 100 Jahre Frieden. Jedoch kam es in den Jahren 1753 - 1755 zu Mißernten, denn die Mäuse hatten sich derartig stark vermehrt, daß sie den Bauern fast die ganze Ernte auffraßen.

Da drohte neues Unheil durch den Beginn des 7jährigen Krieges im jahre 1756. Frankreich griff Georg II in seinem Kurlande Hannover an. Mit 100.000 Mann rückte Marschall Richelieu über den Rhein und drang auch in unsere Heimat ein. Am 24.7.1756 kam es bei Völkerhausen zu Schützenfeuer. Unsere Truppen zogen über Diedersen, um zwischen Afferde und Klein Hilligsfeld die Straße von Hameln nach Hannover zu beobachten. In unserem Dorf Flegessen waren keine Truppen einquartiert, aber in der näheren Umgebung befanden sich Kompanien und Trupps.

Im 30 jährigen Krieg kam es durch die Reformation zu einem Glaubenszwiespalt und zu einem unheilvollen Krieg, wie es ihn zuvor noch nie gegeben haben soll. 1625 eilte König Christian den Protestanten zu Hilfe, als der kaiserliche General Tilly am 29.7. Hameln einschloß. Am 2.8. mußte sich die Stadt ergeben.

Am 30. Juli wurde Bad Münder überfallen. Bewohner aus Afferde, Hilligsfeld und anderen Dörfern hatten hier ihre Habe untergebracht. Viele Menschen wurden erschossen. Bürgermeister Büsing und viele andere wurden nackt ausgezogen, konnten aber über den Deister nach Hannover entkommen.

Der Tilly-Einfall war grauenvoll. Um der Drangsal zu entgehen, flohen viele unserer Einwohner in den Süntelwald. Sie flüchteten in die Waldflur, bei dem heutigen Fünfeichenweg, der seinen Namen dadurch erhielt, daß an diesem Ort zum Gedenken fünf Eichen gepflanzt wurden.

Die Fluchtstätte wurde durch eine flache Mulde gebildet, an deren Rändern Posten aufgestellt werden konnten. Wasser wurde vom Steinbach geholt. Geriet diese Zuflucht in Gefahr, blieb noch der Rückzug ins Judenmoor, wo Wasser aus mehreren Rinnsalen vorhanden war.

Während Tilly Hameln besetzt hielt, lagen die Truppen in den einzelnen Dörfern unseres Bereichs, also auch in Flegessen. Im April 1626 rückte der 'tolle Herzog' Christian der Jüngere von Braunschweig an, um uns von der Tillyschen Besatzung zu befreien. Ob auch im 7jährigen Krieg Einwohner in den Süntelwald geflohen sind, um sich vor dem Krieg zu verstecken, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Zur Ergänzung der zwei noch stehenden Eichen (ca. 175 jahre alt) wurden im April 2002 drei junge Eichen gepflanzt. Das Kreuz der fünf historischen Eichen ist wieder komplett.








Ein kleine Wanderung

Wenn man vom Süntelturm Richtung Südosten geht, dann kommt man nach einiger Zeit zu der Kreuzung mit den vier Grenzsteinen. Jetzt links halten und man erreicht nach 20 Metern eine weitere Kreuzung. Auf der rechten Seite befindet sich eine Schranke. (Warum eigentlich? Für Autos ist der Weg eh zu schmal.) Der Schranke gegenüber führt ein Weg immer schnurgerade nach unten. Das ist der Fünfeichsweg. Man muss schon ziemlich weit gehen (bis fast nach unten), um zu einer ziemlich alten Hinweistafel zu kommen. 2002 wurde in der rechten unteren Ecke eine Ergänzung angebracht. Auf jeden Fall ist die Tafel in einem besseren Zustand als die Fünf Eichen in der Nähe, denn die man nicht erkennen. An der nächsten Kreuzung rechts halten, dann noch einmal rechts und man ist auf dem Judenmoorweg. Hier geht es wieder scheinbar endlos geradeaus nach oben. Aber nach Google Maps endet der Weg als Sackgasse. Deshalb sollte man die erste Abzweigung nach links nutzen und sich dann wieder rechts halten. Laut einer alten Karte ist dies der Winterweg. Dieser endet nach einiger Zeit in einem Wendeplatz. Dennoch kann man die Fortsetzung (schon leicht zugewachsen) noch gut erkennen und begehen.

Wenn man jetzt auf einen Querweg trifft, dann ist man schon fast oben. Ich habe mich dort rechts gehalten, um dann nach kurzer Zeit einen doch ziemlich mystisch aussehenden Weg nach nach links zu gehen. Dieser endete in dem alten Steinbruch zwischen der Jahnhütte und dem Hamelschen Pfad. Um hier auf den Hauptweg zu kommen muss man etwas klettern. Jetzt rechts und dann halblinks halten und man kommt wieder zur Schranke.

Weitere Infos folgen ...