Der Süntelsee
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Wanderung zum Süntelsee


Der gelb markierte Weg führt von den Parkplätzen Försterlaube und Kreuzstein direkt zum Süntelsee.

Der Wellergrund zählt zu den sechs Tälern und Schluchten des Süntelmassivs, die bei Schneeschmelze durch die Kraft der abfließenden Berggewässer aus dem felsigen Südrand der Hochfläche ausgespült wurden. Als das Auto noch nicht zu den Lebensnotwendigkeiten gehörte, waren der Wellergrund und das benachbarte Langenföhrtal die kürzeste Wegeverbindung vom Oldendorfer Raum in das Deistertal und wurden in beiden Richtungen viel begangen. Im Dezember 1931 war nach einer strengen Frostperiode der Erdboden bis in tiefe Schichten hinein gefroren. Anfang Januar erfolgte ein rapider Wetterumschwung, warme Luftströmungen aus dem Westen brachten anhaltenden Regen. Die oberen Erdschichten wurden vollkommen aufgeweicht und gelockert, orkanartige Stürme rüttelten an den Baumkronen.


August 2008 j.s.

Unter diesen Voraussetzungen vollzog sich, von den Menschen unbemerkt, in der ersten Januarwoche im einsamen Tal des Wellergrundes ein gewaltiges Naturereignis. Am oberen Steilhang der Südwehe, dort wo das Dachtelfeld nach Süden ausläuft, rutschten die aufgeweichten Bodenmassen mit fast 5 ha Buchenhochwald in die Talsohle. Erst Tage später wurde dieser Erdrutsch bemerkt. Die Erdmassen hatten den Holzabfuhrweg und den Bach ins Tal verschüttet und sich bis an den gegenüberliegenden Hang zu einem zehn Meter hohen Damm zusammengeschoben. Die Voraussetzungen zu einem natürlichen Bergsee waren geschaffen. Es entstand so ein See von der Größe eines Fußballfeldes. Bis Ende der fünfziger Jahre war der Waldsee eine kleine Kostbarkeit, der Baumbestand war noch nicht zu hoch geschossen, ein Steg, ein Kahn vervollkommneten die Idylle. Boot und Steg versschwanden, inzwischen ist der See ringsherum zugewachsen.



Dezember 2005
Januar 2006

Fotos: J. Schaper
Foto J. Giesecke


Der Süntelsee ist zugefroren! (04.02.12)
Siehe auch Landschaft / Süntelsee 2012