Der gelb markierte Weg führt von den Parkplätzen Försterlaube und Kreuzstein direkt zum Süntelsee.
Der Wellergrund zählt zu den sechs Tälern und Schluchten des Süntelmassivs, die bei
Schneeschmelze durch die Kraft der abfließenden Berggewässer aus dem felsigen
Südrand der Hochfläche ausgespült wurden. Als das Auto noch nicht zu den Lebensnotwendigkeiten gehörte, waren der Wellergrund und das benachbarte Langenföhrtal
die kürzeste Wegeverbindung vom Oldendorfer Raum in das Deistertal und wurden in
beiden Richtungen viel begangen.
Im Dezember 1931 war nach einer strengen Frostperiode der Erdboden bis in tiefe
Schichten hinein gefroren. Anfang Januar erfolgte ein rapider Wetterumschwung, warme
Luftströmungen aus dem Westen brachten anhaltenden Regen. Die oberen Erdschichten
wurden vollkommen aufgeweicht und gelockert, orkanartige Stürme rüttelten an den
Baumkronen.
Unter diesen Voraussetzungen vollzog sich, von den Menschen unbemerkt, in der ersten
Januarwoche im einsamen Tal des Wellergrundes ein gewaltiges Naturereignis. Am
oberen Steilhang der Südwehe, dort wo das Dachtelfeld nach Süden ausläuft, rutschten
die aufgeweichten Bodenmassen mit fast 5 ha Buchenhochwald in die Talsohle. Erst Tage
später wurde dieser Erdrutsch bemerkt.
Die Erdmassen hatten den Holzabfuhrweg und den Bach ins Tal verschüttet und sich bis
an den gegenüberliegenden Hang zu einem zehm Meter hohen Damm zusammengeschoben.
Die Voraussetzungen zu einem natürlichen Bergsee waren geschaffen. Es entstand so
ein See von der Größe eines Fußballfeldes.
Bis Ende der fünfziger Jahre war der Waldsee eine kleine Kostbarkeit, der Baumbestand
war noch nicht zu hoch geschossen, ein Steg, ein Kahn vervollkommneten die Idylle.
Boot und Steg versschwanden, inzwischen ist der See ringsherum zugewachsen.
Dezember 2005
Januar 2006
Fotos: J. Schaper
Foto J. Giesecke