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Panitzstein
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Der Panitzstein erinnert an eine Kindertragödie
Etwa 600 Meter westlich des Süntelturms befindet sich ein Gedenkstein, der an ein tragisches Ereignis erinnert, das vor 130 Jahren passierte. Es ist ein Felsblock, der an der einen Seite eine glatte Fläche hat, auf der von ungeünter Hand eingemeißelt ist: 'Panitz, Kind, 5. Okt. 1871'.
Am südöstlichen Rand des Süntels lebte der Bergmann Panitz mit seiner kinderreichen Familie. Vater Panitz arbeitete in einem der kleinen Süntelbergwerke. Ihren Brennstoffbedarf holte Mutter Panitz aus dem Walde. Häufig nahm sie ihre Kinder mit. Am 5. Oktober 1871 ging sie allein auf Holzsuche. Die Mutter blieb lange aus. Schließlich kamen zwei der Kinder auf die Idee, die Mutter abzuholen. Die sechsjährige Dorothea Christine und die eben dreijährige Johanna Florentine gingen gemeinsam den Weg zum Wald, den sie häufig mit ihrere Mutter gegangen waren.

Foto: Jürgen Giesecke
Sie warteten jedoch nicht am Waldrand, sondern liefen immer tiefer in den Wald hinein.
Den Weg hatten sie bald verloren. Sie irrten umher und riefen nach ihrer Mutter, doch
niemand hörte sie. Als die Mutter am Abend nach Hause kam fand sie ihre beiden Kinder nicht vor. Eine Suchaktion setzte ein, an der sich neben den Dörflern der Ortschaft Klein Süntel sogar Militär beteiligt haben soll.
Erst fünf Tage später fand man das jüngere Mädchen an der Stelle, an der heute noch der Gedenkstein steht. Die Leiche der der älteren Schwester wurde erst nach 21 Tagen an einer Stelle gefunden, die mehrere Kilometer westlich zwischen Katzennase und Borberg liegt. An dieser Stelle stand früher eine große Buche, in die ein Kreuz mit dem Namen Panitz eingeritzt war. Unter dieser Buche stand ein großer Stein. Beide sind im Laufe der Nachkriegsjahre verschwunden.
Das zweite Panitzkind?
Die Fotos wurden von A.F. Broszio im Januar 2005 gemacht.
Nach seiner Meinung handelt es sich hierbei um die Fundstelle des zweiten Panitzkindes. Der
Baum mit dem Emailleschild (?) stand ca. 250 bis 300 m entfernt von der Kirche am Kammweg bzw. Grenzweg auf der rechten Seite in Richtung Hohenstein.
Der Baum ist inzwischen der Säge zum Opfer gefallen und damit auch das
Schild verschwunden. Auf dem Schild war kaum noch etwas zu lesen, nur
andeutungsweise ein Datum und das P. Da die Stärke dieser Buche sicher
noch nicht einem Alter von weit mehr als 100 Jahren entsprach, wird
dieses Schild vielleicht später angebracht worden sein als Ersatz für
eine ältere Markierung.