Die Süntelbuche I
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Einzigartig: die Süntelbuche

Der Ortsfremde dürfte kaum wissen, daß der Süntel eine absolute Rarität abseits der Wander- und Forstwege bietet: die Süntelbuche, botanisch 'Fagus sylvatica Suentelensis' genannt. Diese Mutation einer gewöhnlichen Rotbuche zeichnet sich durch ihre außerordentlich bizarren Kronen und tief herabhängenden, miteinander verwobenen Äste aus. Die vor Jahren noch vom Aussterben bedrohten Süntelbuchen wurden von zwei münderschen Hobbybotanikern gerettet und zeigen ihre stolzesten Exemplare bei Hülsede.

Am 2. Januar 1994 ist bei heftigem Schneetreiben und sehr nassem Schnee die Tillybuche bei Raden entgültig zusammengebrochen. Ihr mächtiger Stamm war innen morsch und konnte das Gewicht des Schnees auf den Ästen nicht mehr tragen. Sie war die älteste und schönste dieser bizarren Bäume im Süntel, die durch ihre sich schlangenartig sich windenden Äste auffallen. Der alte Stamm ist mit seinen Ästen zusammengesackt und von grünem Kraut überwuchert.


Foto: j.schaper 1984

Für viele Wanderer war die Radener Buche die Süntelbuche schlechthin und ein beliebtes Ausflugsziel. Der Stamm hatte einen Umfang von 520 Zentimetern. Die Höhe des Baumes betrug 14 Meter und der Kronenschirm hatte einen Umfang von 24 Metern.

Der Stamm der Radener Buche teilte sich in zwei Arme. Der eine Teil brach 1986 heraus. Das Ende des Baumes schien gekommen zu sein. Aber der verbliebene Teil mit immer noch breitgefächerter Krone entwickelte sich weiterhin.

Die Radener Buche wurde auch Tillybuche genannt. Es ist nicht bekannt, wie sie zu diesem Namen gekommen ist. Tilly war sicher nicht dort, und es hat auch keine Schlacht bei Raden gegeben.

Die Schönheit des mächtigen Baumes und die Eigenart seines Wuchses waren seine Anziehungskraft. Aber wie alt ist der Baum geworden? Man sagt, Buchen würden etwa 300 Jahre alt. Alte Bilder aus der Jugendzeit der Radener Buche gibt es nicht. Das ältestete Foto soll gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Damals stand der Baum frei in einer Schafweide.



Auch auf einem Foto von 1906 (oben / Foto bei Lange, Morphologische Untersuchungen der Süntelbuche / 1974)) sieht den man den Baum in einer Schafweide stehen. Der ihn jetzt umgebende Wald ist jüngeren Datums. Nimmt man der Lage entsprechend ein nicht allzu rasches Wachstum so dürfte der Baum zwischen 300 und 400 Jahre alt geworden sein.

In Raden habe vor Jahrzehnten, so wird erzählt, eine Feuerwehrkapelle bei der Buche ein Konzert gegeben. Alle Musikanten hätten dabei nebeneinander auf dem waagerecht wachsenden unteren Ast gesessen. Es soll auch eine Bildkarte davon geben.

Berhard Flemes hat 1934 im Hannoverschen Kurier die Sage von einem Riesen erzählt, der auf dem Dachtelfeld langsam zu Tode kam und im Boden versank. Er soll seine Kraft, die Wildheit seines Lebens und die Vollkommenheit seines Wuchses einem Sämling mitgegeben haben, der aus seinem Herzen wuchs. Aus ihm soll dann die erste Süntelbuche geworden sein. (s. Süntelbuche II)


Die Reste der Süntelbuche im Februar 2005




Dieses Schild steht neben der "Neuen Süntelbuche" in Raden.