Militärübungsplatz
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Britischer Militärübungsplatz in Pötzen - Welliehausen

Zwei neue Links zum Thema:

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2014




Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges beschlagnahmte im Frühjahr 1946 die englische Militärregierung das Gelände zwischen Süntel und Lengenberg (250 ha) zur Anlegung eines Schieß- und Panzerübungsplatzes. Die Straße Welliehausen - Holtensen bildete die östliche und die Mitte zwischen Pötzen und der Landwehr, mit den Wegen zum Oststeinbruch und zum Lengenberg, die westliche Grenze. Es war geplant, die Bewohner der Pötzer Landwehr zu evakuieren und die Straße Pötzen - Unsen in diesem Bereich zu sperren. Eine Verbindungsstraße zwischen den beiden Übungsplätzen Pötzen und am Rotenberg (am Wehl) durch den Wald war geplant. Unterhalb des Süntelwaldes auf den beschlagnahmten Ackerland des Landwirts Heinrich Holste, Pötzen, war ein Panzergraben 200m lang, 8m breit und 3m tief angelegt worden. Sieben bis zehn Panzer, die man als Zielscheibe aufgestellt hatte, wurden vom Todtenberg (1 km Entfernung) über die Häuser der Landwehr hinweg beschossen. Während Schießübungen stattfanden, hielten sich die Bewohner der Landwehr in Kellern auf. Die zum Zerstören bereitgestellten Panzer waren von der Deutschen Wehrmacht kampfunfähig liegengeblieben. Später sind sie verschrottet worden.

Nach der Beschlagnahme des Ackerlandes im Frühjahr 1946 sollte es nicht mehr betreten werden. Trotzdem versuchen Landwirte, wenn kein Militär zu sehen war, Felder abzuernten und wo nicht manöveriert wurde, sie zu bestellen. Die Militärpersonen kümmerten sich kaum um das Verhalten der Landwirte. Nur einmal vernichtete ein Panzer einen Teil der Rapsernte durch Überfahren der Schocke.


Einen herzlichen Dank für das Bild an Jens Machinia.

Inzwischen hatte die Kreisbauernschaft den durch die Beschlagnahme von Ländereien in Pötzen geschädigten Landwirten Ackerland im Grenzgebiet der Gemeinden von Haddessen und Höfingen von dort ansässigen Landwirten zur vorläufigen Bewirtschaftung zugewiesen; in Haddessen betraf das sechs und in Höfingen fünf Landwirte.

Diese Maßnahme wurde nach zwei bis drei Jahren wieder aufgehoben, nachdem die Panzereinheit abgezogen war. Der größte Teil der beschlagnahmten Ländereien wurde den Eigentümern wieder zurück gegeben. Landwirt H. Holste konnte die restlichen 6 von 28 Morgen Ackerland erst 1956 bewirtschaften, nachdem der Panzergraben aufgefüllt und die Panzer sowie sämtlicher Unrat entfernt worden war.

Auf einer Fläche oberhalb der Pötzer Landwehr, etwa 25 Hektar, ließ der Hamelner Stadtkommandant um 1949 einen Segelfliegerflugplatz anlegen. Bis 1964 fand an Wochenenden ein reger Flugbetrieb statt. Die Flugzeuge wurden von einem stehenden Fahrzeug mit einer Seilwinde in die Höhe gezogen.

Auf dem Gelände befanden sich eine große Wellblechhalle zu Unterstellen von sechs Flugzeugen, eine Reparaturhalle und eine Kantine sowie ein 'Schilderhaus' für den Wachposten. Zur Bedienung der Seilwinde und zur Wartung der Segelflugzeuge waren auch deutsche Arbeiter dabei. Der jetzt bestehende Übungsplatz war früher zum Teil staatliches Eigentum und ist als Schaumburger Knick (Natürliche Grenzbefestigung) in die Geschichte eingegangen. Um 1933 wurde die bis 1924 bewaldete Fläche in Ackerland umgewandelt und ging in privates Eigentum über. Etwa 50 Jahre später sind Parzellen des Übungsplatzes von der Bundesrepublik Deutschland käuflich übernommen worden. Die Verwaltung liegt in den Händen des Bundesvermögensamtes in Hannover.


Einen herzlichen Dank für das Bild an Ralf Schulte.

Nach Beendigung der Segelfliegerei fanden bis heute kleine Übungen verschiedener Waffengattungen statt. Das Gelände ist zum Teil mit hohen Büschen und Bäumen bewachsen.




Bevor der Luftsportverein Hameln im Jahr 1969 einen eigenen Flugplatz bei Bisperode bekam, musste er gewissermaßen heimatlos über die verschiedenen Flugplätze der Region vagabundieren (DEWEZET, 15. Mai 2009). Die Fotos sind auf dem ehemaligen Flugplatz in Pötzen entstanden. Vielen Dank für die Genehmigung der Veröffentlichung an den LSV Hameln.

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