Die Dachtelfeldhütte
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DEWEZET, 08.03.2001

Ausruhen, wo einst Franken und Sachsen sich niedermetzeln

Einweihung der Dachtelfeldhütte im Süntel / Gemeinsame Aktion mit dem Forstamt

Bad Münder / Hessisch Oldendorf (pj). Der Aufbau der Dachfeldhütte gehört in die Reihe der Gemeinschaftsarbeiten, die in den vergangenen Jahren im Süntel geleistet wurden. Die Städte Bad Münder und Hessisch Oldendorf sowie das Niedersächsische Forstamt sind an der Erneuerung der Hütte auf dem geschichtsträchtigen Boden beteiligt.

Am gestrigen Mittwoch trafen sich Vertreter der Städte und des Forstamtes Oldendorf zur Einweihung der Hütte auf dem Dachfeld. Mit dabei war auch eine Wandergruppe, die einmal in der Woche in Süntel unterwegs ist. Die Männer aus Hessisch Oldendorf und Bad Münder machten auf ihrem Weg zum Süntelturm Rast in der Schutzhütte und hörten gespannt, was Bad Münders Bürgermeisterin Nieber über das Dachtelfeld und seine historische Bedeutung zu erzählen wusste. Hier auf dem Plateau in 355 Meter Höhe sollen 782 nach Christus kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen stattgefunden haben. Karl der Große, er hatte ein Jahr zuvor den Thron bestiegen, begann den 33-jährigen Krieg. Der Franke wollte die Sachsen unterwerfen. Silvia Nieder betonte, dass der Name 'Dachtel' auf den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückgeführt werden müsse und 'Ohrfeige' oder 'Schlag auf den Kopf' bedeutete.

Dachtelfeldhütte


Das Dachtelfeld liegt im Bereich des münderschen Beber. Vor vielen Jahrzehnten gab es hier oben auf dem Süntel eine Hofstelle. Die alte Dachtelfeldhütte muss ein Teil davon gewesen sein, wie Heiko Brede, vom Forstamt Oldendorf erklärt. Der zuständige Mann für Waldökologie und Naturschutz beim Niedersächsischen Forstamt in Hessisch Oldendorfs Südstraße 'vermag allerdings nichts über die ehemalige Nutzung des sicherlich bereits 200 Jahre alten, sechseckigen Gebäudes zu sagen.' Schon seit vielen Jahren, diente die Hütte Wanderern als Unterstand. Doch der Zahn der Zeit hat kräftig an ihr genagt, die Reparatur war dringend notwendig.

So trafen sich im August des vergangenen Jahres Bad Münders Bürgermeisterin Silvia Nieber, Hessisch Oldendorf Stadtdirektor Wilhelm Kuhlmann und der Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Oldendorf, Dr. Michael Behrendt, im Grenzbereich der beiden Hameln-Pyrmonter Städte, um über die Zukunft der Hütte zu beraten. Man beschloss, dass das Forstamt den Abbruch der mit Stein und Lehmmörtel gebauten Hütte die Beseitigung des Schutts übernimmt, Mitarbeiter der Stadt Münder sollten die Mauern hochziehen. Die Hessisch Oldendorfer wollten die Zimmermannsarbeiten unnd das Dachdecken übernehmen.


Das in Kooperation viel geschafft werden kann, hob Wilhelm Kuhlmann hervor. So erinnerete er an die die Restaurierung des Süntelturms. Dies untermauerte Dr. Michael Behrndt mit dem Hinweis auf die Reparatur der Hohensteintreppe, die Fassung der Baxmannquelle und die Neugestaltung der Blutbachquelle, was 'in unkomplizierter Zusammenarbeit' erledigt werden konnte.


Rund um die Dachfeldhütte hat sich einiges getan. Die alte Buchenallee wurde ebenso freigestellt wie die benachbarten vier Süntelbuchen. In einem Zuge mit dem Aufbau der Dachtelfeldhütte ließ das Forstamt eine Hinweistafel mit Informationen zur Süntelbuche aufstellen. Der Baum, eine Unterart der Rotbuche, den es früher in Süntel in geschlossenen Bestand gab, war Mitte des 19. Jahrhunderts als Teufelsholz verpönt. Man holzte die krummen Bäume ab. Nur wenige Exemplare überlebten. Heute steigt die Nachfrage, die Süntelbuche ziert inzwischen zahlreiche exponierte Gärten und Parks in Europa. Rund 50 der recht niedrigen knorrigen Bäume pflanzte das Forstamt im Bereich des Dachtelfeldes.


Fotos: j.schaper