Süntel 1912
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Süntel 1912



Quelle: "Verlag des Wesergebirgsverein, Hameln".

Vielen Dank für die Genehmigung der Veröffentlichung an Weserbergland Tourismus e.V. !

Vielen Dank für das Material an Markus Deiter!



Tour 103. Andere Wege zum Hohenstein. K. 19.
a) Von Hess.-Oldendorf, 1 Stunde 55 Minuten
Hess.-Oldendorf, freundliches Städtchen von 1951 Einwohnern im Kreise Grafschaft Schaumburg (Provinz Hessen-Nassau), Station der Bahn Hildesheim-Löhne und Ausgangspunkt für Touren zum Hohenstein, zur Paschenburg und zum Ludwigsturm; Zuckerfabrik, Lohgerberei, bedeutende Schuhfabrikation.

Auskunft durch den Vorsitzenden des Verschönerungsvereins. Gasthöfe: In der Stadt: Ratskeller, Stadt Cassel in allen Z.m.F. vom 1,5 M an. Außerhalb der Stadt: 9 Minuten entfernt an der Straße nach Hameln, Gasthaus und Sommerfrische "Hasenheide" mit Garten. Von der Veranda hübscher Blick ins Wesertal, Pension 3,5 M. 4 Minuten entfernt, am Wege nach Barksen, Schützenhaus mit Saal und Garten. - Städt. Badeanstalt im W. der Stadt.

Geschichtliches: Am 28. Juni 1633 kam es im Dreißigjährigen Kriege bei Oldendorf zur Schlacht. Nach Gustav Adolfs Tode kämpfte im Wesertal mit den Schweden und Hessen zusammen Herzog Georg von Lüneburg für sein Land und den Protestantismus. An der Spitze der Kaiserlichen stand der General Merode, der den Gegnern, um ihr weiteres Vorrücken und die Einnahme Hamelns zu verhindern, von Minden her bis Oldendorf und Segelhorst entgegenrückte. Die Protestanten beschlossen, dem anrückenden Feind standzuhalten. Herzog Georg nahm zwischen Oldendorf und Barksen eine feste Stellung ein, in welcher ihn Merode trotz der Warnung des Generals von Cornsfeld angriff. Die Entscheidung brachte ein früherer Schäferknecht aus Segelhorst, der Rittmeister Kurt Meyer, der auf ihm wohlbekannten Wege dem Feinde die Reiterei in den Rücken führte. Durch den von dieser Seite her nicht erwarteten Angriff überrascht, ergriff die kaiserliche Reiterei die Flucht. Das Fußvolk versuchte noch Widerstand zu leisten, wurde aber auch bald geworfen, und ein vollständiger Sieg krönte die Anstrengungen der Verbündeten. Von den Feinden deckten mehrere Tausend das Schlachtfeld, und 3000 wurden zu Gefangenen gemacht. Merode selbst starb an seinen im Kampfe erhaltenen Wunden. Hameln musste kapitulieren. - Ein Denkmal zur Erinnerung an den Sieg steht am Wege zum Hohenstein beim Schützenhause, 4 Minuten von der Stadt.

35 Minuten östlich von Oldendorf, dicht bei dem Dorfe Weibeck (Gasthaus "Zum Stern", auch einige Fremdenzimmer) liegt das Gut Stau, das man wohl in Zusammenhang gebracht hat mit dem jedenfalls weiter unten an der Weser zu suchenden Idistavisus (Nach Jae. Grimm Idisiavisus = Elfenwiese), wo nach Tacitus im Jahre 16 n. Chr. Germaniens den Arminius, den Sieger im Teutoburger Walde, besiegte. Dieser hatte, über des treulosen Segest Verrat empört, die Cherusker und umwohnende Stämme wiederum zur Rache gegen die Römer aufgerufen. Aber in zwei Schlachten bei Idistavisus und am Steinhuder Meer, erlag die germanische Tapferkeit der überlegenen Kriegskunst der Römer.

Spaziergänge und Ausflüge:
1. Zur Weserbrücke, 15 Minuten vom Marktplatz, Straße südlich. Die Kettenbücke, die erste in Deutschland, stand früher in Hameln; vorzügliche Talrundsicht.
2. Durch die Anlagen am Schieferbrink und Maibrink zum Felsenkeller mit Kriegerdenkmal und zur Hasenheide, 30 Minuten. Vom westlichen Ende der Stadt nördlich an der Badeanstalt vorbei zum Schieferbrink und rechts durch die Anlagen im Bogen zum Schützenhaus und geradeaus weiter zum Felsenkeller und zur Hasenheide (Gartenwirtschaft). 3. Zum Mittelberg, hin und zurück 2 Stunden. Vom östlichen Ende der Stadt nördlich auf dem Barkser Wege a Schlachtendenkmal und Schützenhaus vorbei. 9 Minuten hinter dem Denkmal links ab durch das Tal, an Forellenteichen vorbei zum Oldendorfer Knick und zum Walde des Mittelberges. An ihm 7 Minuten rechts hin, dann links hinein, nach 3 Minuten rechts, nach 4 Minuten, wo der Weg die Straße trifft, scharf links zur Höhe (291m, 10 Minuten). Auf dem Kamme rechts in 15 Minuten zur Straße und auf dieser rechts zurück.
4. Zum Hohenstein, siehe Haupttour.
5. Zur Schaumburg siehe T. 104.
6. Über Segelhorst zur Amelungsburg, Höllenmühle (Schrabstein), Tropfsteinhöhle, 3 Stunden - Nach T. 105 bis Segelhorst. Am nördlichen Ausgang bei der Teilung rechts die Straße aufwärts in 35 Minuten bis zum km 2,8. Über Amelungsburg und Tropfsteinhöhle s. S. 315. Dann hinunter in den Schneegrund, über die Brücke und rechts auf Fußpfad (links oben die Felsen des Schrabsteins) durch die Hölle aufwärts zur Höllenmühle (20 Minuten; s. S. 316). Von da rechts zur Straße (6 Minuten) und rechts auf ihr hinab an der Tropfsteinhöhle vorbei bis km 2,7. Hier Fahrweg rechts ab (schöne Aussicht), aber sehr bald Fußpfad links hinab, dann wieder auf Fahrweg in gleicher Richtung abwärts nach Segelhorst und zurück nach Oldendorf.
Von Oldendorf zum Hohenstein, 1 Stunde 55 Minuten
Vom Bahnhof geradeaus zur Stadt und rechts auf der "Langen Straße" zum östlichen Ende (10 Minuten). Hier Straße links, bei der Gabelung nach 3 Minuten rechts am Schlachtendenkmal und Schützenhause vorbei nach Barksen (30 Minuten, am Eingang Gasthäuser Waldschenke und von Ossenkop). Durch das Dorf aufwärts und einen Bogen der Straße nach links auf Fußweg geradeaus abschneidend wieder zur Straße und auf ihr rechts ins Hohensteintal und zur Brücke (40 Minuten). Über diese in den Wald und den Zeichen - nach, aufwärts, die Windungen des Fahrweges auf Fußweg und einer Treppe abschneidend. Etwa in der Mitte der letzteren rechts ab zu einer scharfen Schleife des Fahrweges, auf diesem einige Schritte links, dann wieder rechts ab den Klippenweg, der unter den Felsen hinführend großartige Blicke auf sie gewährt. Er zieht sich schließlich im jungen Buchenwalde hinauf zur Teufelskanzel (30 Minuten).
Großartiger Blick auf die Vereinigung von Totental und Hohensteintal. An der rechten Seite des letzteren der Ramsnackenfelsen, gegenüber der Hirschsprung am Hohenstein mit Geländer. Blick ins Wesertal und auf die Berge des linken Ufers. Am Horizont der an einer Schneise kenntliche Höhe Asch. Sehr schön ist auch der Blick im Hohensteintal aufwärts, den man links am Abhange genießt.