Schillat-Höhle
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Per Aufzug in die Unterwelt

Gemächlich tauchen Sie im verglasten Aufzug vorbei an Jahrmillionen Erdgeschichte in die geheimnisvolle Unterwelt der Schillat-Höhle. Nach 45 Meter Fahrt in die Tiefe entlässt Sie der Aufzug in die faszinierende Höhlenwelt eines Stein gewordenen Märchenwaldes. Stalaktiten und Kalksteinmakkaroni können hier bewundert werden.

Höhlenforschung hautnah

Vorbei an detailgetreuen Reproduktionen frühester Felsmalerei gelangen Sie in den 180 Meter langen Höhlenkörper. Das 'Deutsche Archiv für Sinterchronolgie' präsentiert in mehreren Vitrinen - integriert in die Höhlenwände - Tropfsteine und Gesteine der Region. Nicht nur Gesteinskundler und Erdgeschichtler kommen auf einer geologischen Zeitreise voll auf ihre Kosten. Rechts und links des Höhleneingangs finden sich zahlreiche Mineralien und Fossilien und eine Miniaturlandschaft zeigt wie das Weserbergland zu Zeiten der Dinosaurier ausgesehen haben mag. Leuchtende Sterne bilden einen krönenden Abschluss und verleihen der Höhle eine geheimnisvolle Atmosphäre. Einen weiteren Höhepunkt bildet die stimmungsvolle 3-D-Dia-Show über einzigartige Impressionen der Riesenberghöhle. Kaum ein Besucher erlebt nicht einen Schauer, wenn plötzlich Stalagmiten plastisch im Raum stehen oder wenn Tropfengebilde - mit stimmungsvoller Musik untermalt - ein Raumklangerlebnis bilden. Wieder im Reich 'über Tage' können Sie sich im LandfrauenCafé Schillat-Höhle verwöhnen lassen und den impsanten Ausblick von der Felsterrasse über den Riesenberg-Steinbruch genießen.
(Auszug aus einem Prospekt der Stadt Hess. Oldendorf)

Mehr Infos gibt es unter BERGBAU / HÖHLEN


Fotos: j.schaper

www.schillathoehle.de




Fotos: V. Kahle



Entdecker der Riesenberghöhle verstorben

Höhlenforscher trauern um Bodo Schillat, nach dem die bedeutende Sehenswürdigkeit benannt ist

Langenfeld (pj). Bodo Schillat, der Entdecker der Riesenberghöhle und der Urvater der Höhlenforschung im Wesergebirge, ist tot. Der Höhlenforscher aus Krankenhagen, nach dem die Schillat-Höhle in Langenfeld benannt ist, entdeckte die Riesenberghöhle im Jahre 1969. Er pachtete sie vom Staat und machte sich an die systematische Erforschung. Da die Riesenberghöhle mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten einmalig ist, sorgte Bodo Schillat dafür, dass sie unter Schutz gestellt wurde.

Die Hessisch Oldendorfer Höhlenführer sowie die Mitglieder der Höhlengruppe Nord trauern um einen guten Freund, der ihnen immer mit Rat zur Seite stand. In seiner beruflichen Tätigkeit als Ozeanograph bereiste Bodo Schillat auf Forschungsschiffen die Weltmeere. Bis vor vier Jahren war Bodo Schillat Vorsitzender und danach Ehrenvorsitzender der Höhlengruppe Nord, an deren Gründung er maßgeblich beteiligt war.

Seine Verdienste um die Forschung wurden im Jahr 2000 in besonderem Maße gewürdigt: Bodo Schillat bekam den Benno-Wolf-Preis, die höchste Auszeichnung für Höhlenforscher, überreicht. Sein Gesundheitszustand erlaubte es dem am 4. Oktober 1930 in Schlesien geborenen Bodo Schillat in den letzten Jahren nur noch ganz selten, das Süntelgebirge und die Schillat-Höhle zu besuchen.
© Dewezet, 10.08.2006

Das Sehenswerte entstand in Millionen von Jahren
In drei Jahren kamen 100 000 Besucher in die Schillat-Höhle

Langenfeld (ubo). „Eine schöne, gelungene Geburtstagsparty. Wir sind hoch motiviert, die nächsten 100000 Besucher begrüßen zu können“, freut sich Annette Gerten. Vor drei Jahren wurde die Schillat-Höhle im Segelhorster Steinbruch eröffnet. Längst ist sie zu einer Attraktion geworden, Tausende fahren vom Huthaus in Langenfeld in die Tiefe, um die Schönheiten der Tropfsteinhöhle zu sehen. 100000 Menschen haben bisher den Weg zur Höhle gefunden. Mit Renate Reipke-Bacher aus Bad Salzuflen konnte am Sonnabend die 100000. Besucherin begrüßt werden. Bürgermeister Harald Krüger und der Baxmann eröffneten am Nachmittag das Fest. Die jungen Gäste übten sich im Goldschürfen, bei der Edelsteinsuche und im Buttondrucken. Das „Kleine Klangtheater“ hatte zur Klangmeditation eingeladen. Hauptattraktion war die Höhle, und so wunderte es nicht, dass am Ende des Tages 25 Führungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Buch standen. Am Abend, sozusagen zum Beginn der „langen Nacht“, sorgte die Band „Schwarz Rot Gold“ für Unterhaltung.

Bereits im Jahr 1969 wurde eine Tropfsteinhöhle im Riesenberg entdeckt. Nach der genaueren Untersuchung stellte sich heraus, dass die Riesenberg-Höhle einzigartige Schätze birgt, die zerfallen würden, wenn man sie für Besucher öffnet. Deshalb wurde sie unter Naturschutz gestellt und wieder verschlossen. Sprengmeister Hartmut Brepohl entdeckte 1992 ebenfalls im Segelhorster Steinbruch eine Höhle und benannte sie nach Bodo Schillat, dem Entdecker der Riesenberg-Höhle.

Bereits seit Jahrzehnten wird im Süntel Korallenoolith (Kalkstein) aus der Jurazeit abgebaut. Diese begann vor rund 200 Millionen Jahren und endete vor ca. 145 Mio. Jahren, dem erdgeschichtlichen Mittelalter. Der Korallenoolith entstand in der Flachwasserzone, in der die Korallen durch das einfallende Licht sehr gut wachsen konnten. Diese Schichten lagerten sich im Laufe von Millionen Jahren als Kalkstein ab und wurden anschließend durch das kohlensäurehaltige Wasser ausgewaschen. Im Laufe der Millionen Jahre entstanden Höhlen wie die im Segelhorster Steinbruch. Die Hälfte der einst rund 400 Meter langen Schillat-Höhle fiel dem Gesteinsabbau zum Opfer, so dass die in sechs Jahren ausgebaute Schauhöhle noch rund 180 Meter misst. Am 21. August 2004 wurde sie eingeweiht und ist seitdem ein beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr erhielt die Schillat-Höhle ihre Anerkennung als Museum. „Für Schulklassen bieten wir museums-pädagogische Angebote an und erhalten viel Zuspruch“, stellte Annette Gerten von der Tourist-Information fest. „Das Einzugsgebiet erweiteret sich in den Jahren um die Bereiche Hannover, Minden, Hildesheim, Lemgo und Eschershausen“, fährt Annette Gerten fort. Wenngleich die Schillat-Höhle ganzjährig geöffnet ist, herrscht vom Frühjahr bis Herbst ein saisonaler Andrang. „Im Jahr veranstalten wir rund 2300 Führungen“, erklärt Gerten. Die Prognose, wann der 100000. Besucher kommt, musste aufgrund der sehr guten Besucherzahlen nach vorn revidiert werden. „Und so können heute zwei Ereignisse gefeiert werden: der dritte Jahrestag der Schillat-Höhle und der 100000. Gast“, freute sich Annette Gerten. Bürgermeister Harald Krüger überreichte einen Blumenstrauß, eine Urkunde und einen Gutschein für eine Führung an Renate „Nati“ Reipke-Bacher aus Bad Salzuflen.

Als Höhepunkt wurden am Sonnabend zwei Führungen in historischen Kostümen veranstaltet und der Baxmann (Lutz-Arnim Simon) von Bruder Hartmut (Brepohl) vom Kloster Paderborn in die Höhle verbannt. Mit dabei bei den beiden Führungen waren der Rintelner Offizier und Nachtwächter Alfred Schneider und seine Frau Monika, Söltjer (Klaus Kork), der Süntelgeist (Elvira Wittich) sowie Nachtwächter Jan Tut (Ottwin Zielke) aus Delmenhorst.
© Dewezet 19. August 2007