Hohenstein-Wanderung
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Achtung: Einige Strecken sind nicht kinderwagengeeignet. Die gelb-schwarzen Strecken stellen eine Alternative für Kinderwagen dar.
Grafik: Claudia Pandel

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Der Ausgangspunkt der circa 13 km langen Wanderung ist der Parkplatz der Schillat-Höhle in der Nähe des Dorfes Langenfeld. Die Schillat-Höhle wurde 1992 im Zuge von Sprengarbeiten entdeckt und von 1998 bis 2004 zur Schauhöhle ausgebaut. Mit dem Aufzug gelangt der Besucher 45 Meter tief direkt in die Höhle. Im Inneren sind Tropfsteine, Mineralien und Fossilien zu bewundern. Nach dem Besuch der Schillat-Höhle kann sich der Wanderer in einer 3D-Dia-Show, welche in einem Teil der Höhle gezeigt wird, von den Schönheiten der benachbarten Riesenberg-Höhle gefangen nehmen lassen.

Die Riesenberghöhle ist mit 800 m Länge die größte Höhle Niedersachsens und zählt zu den großen Höhlen Europas. Ihr Zugang wurde im Zuge einer Sprengung 1969 entdeckt. Auf Grund ihrer einzigartigen Qualitäten stellte das Land Niedersachsen die Höhle unter strengen Naturschutz, um die vielfältigen Tropfsteinbildungen, die sich in filigraner Ausprägung in der Höhle befinden vor der Zerstörung zu schützen.

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Der erste Anlaufpunkt der Wanderung führt zur 'Totenborn-Quelle', besser, aber nicht korrekt, als 'Blutbach-Quelle' bekannt. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick in das 'Totental'. Der Name der Quelle rührt von einer blutigen Schlacht her, bei der sich im Jahre 782 auf dem Dachtelfeld die Franken und Sachsen gegenüberstanden. Das Wasser des Baches soll sich vom Blut der vielen Gefallenen rot gefärbt haben. Das der Blutbach jedoch im Wellergrund entspringt, kann es sich bei dieser Quelle nicht um die Blutbachquelle handeln, sondern, wie in alten Überlieferungen bekannt, um die Totenborn-Quelle.

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Weiter führt die Route zur 'Schönen Aussicht', die im Gebiet der Südwehe liegt. Der Weg geht über zahllose Wurzeln und führt oftmals dicht am Abgrund lang.

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Am Dachtelfeld lädt die gleichnamige Hütte zum Verweilen ein. In der Nähe des Dachtelfeldes kann eine bizarre Laune der Natur bewundert werden: hier wächst eine größere Anzahl von Süntelbuchen. Dabei handelt es sich um eine Krüppelbuche; eine Mutation der Rotbuche. Als Entstehungsort für die Süntelbuchen wird der Süntel angenommen. Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es im Süntel einen großen Bestand dieser seltsam anmutenden Form der Rotbuche. Drehwuchs, Krüppelwuchs, Schlaufenbildung und die sogenannten Hexenbesen gaben den Süntelbuchen nicht nur ihr ungewöhnliches, für viele Menschen auch unheimliches Erscheinungsbild. Sie brachten ihnen auch die entsprechenden Namen ein: Krüppelbuche, Hexen- oder Teufelsholz, Schlangenbuche und noch viele andere. Die Menschen damals waren wenig begeistert von der Schönheit und der Skurrilität dieses "Deuwelholts". Selbst wenn sie die Bäume nicht unheimlich und bedrohlich fanden, waren die Waldbesitzer keine Freunde des "Deuwelholts". Es ließ sich wegen des Zick-Zack-Wuchses nicht verwerten. So schlug im 1843 die letzte Stunde des letzten noch verbliebenen Süntelbuchenwaldes. Die Bauern holzten die Süntelbuchen ab und verbrannten sie. Heute sind im Bereich des Dachtelfeldes wieder eine große Zahl von Süntelbuchen angesiedelt worden. Als botanische Schönheit finden sich im Bereich der Süntelbuchen Fingerhut und Waldakelei. Bei der Akelei handelt es sich um eine große Staude, die sogar über 80 cm Höhe erreichen kann. Eingebettet in den fünf farbigen Kelchblättern leuchten 5 cm lange blauviolette Blüten. Die Blütezeit ist Ende Mai bis Juli.

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Von den Süntelbuchen geht es in Richtung Brennenberg, vorbei an einem großen Dolinen-Feld. Dolinen sind natürliche, meist trichterförmige Einstürze oder Mulden, sie sich häufig in Karstgebieten bilden. Der Süntel ist das nördlichste Karstgebiet Deutschlands im Korallenoolith. Der West-Süntel ist ein so genannter "grüner Karst". Karst bildet sich in Gebieten mit chemisch angreifbarem Gestein, vor allem in Kalken. Die meisten Höhlen sind durch Auflösung von Gesteinen entstanden. Da Regenwasser aber unterschiedlich viel Kohlensäure enthält, aufgenommen in der Luft oder aus dem Boden, z. B. durch Verwesungsrückstände organischer Stoffe, ist es in der Lage, die Gesteine umzuwandeln, die dadurch sehr viel leichter löslich sind. Bevorzugte natürliche Angriffsflächen von Wasser und damit Ausgangspunkt dieser Prozesse sind Spalten im Gestein. Dolinen entstehen durch Lösungsvorgänge im Bereich von Schwachstellen des Gesteins. Über den Brennenberg geht es vorbei an zerklüfteten Felsen, die durch Bergzerreißung auseinander gewichen sind. Die harte Korallenoolith des Süntels liegt auf weichen Doggertonen, die durch Wasseraufnahme zu quellen beginnen und dadurch vorzügliche Rutschbahnen für die einzelnen sich vom Gesteinsverband lösenden Felspartien darstellen.

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Der nächste Anlaufpunkt ist der 'Renate-Ricke-Stein'. Dieser wurde nach einem Unglück im Jahre 1956, bei welchem ein 13-jähriges Mädchen bei einem Schulausflug abstürzte und zu Tode kam, zum Gedenken aufgestellt. Der Stein soll den Wanderer daran erinnern, dass im Bereich der Felsen Vorsicht geboten ist und dass das Gebot, im Naturschutzgebiet die Wege nicht zu verlassen, nicht nur zum Schutz der Natur dient.

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Vom Renate-Ricke-Stein sind es nur noch wenige Meter zum 'Grünen Altar'. Der 'Grüne Altar', einer der drei Felsen des Hohensteins, diente vor der Zeitenwende als Opferaltar. Vor hier aus kann man das Wesertal und die Weserberge mit ihrer höchsten Erhebung, dem Köterberg (508 m), weit überblicken.

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Zwischen 'Grünem Altar' und dem eigentlichen Hohenstein liegt die so genannte 'Teufelskanzel', auch 'Trudenstein' genannt, ein ebenfalls markanter Felsen aus den Gesteinen des Korallenoolith. Auch diesem wird nachgesagt, dass er unseren Ahnen als Opferaltar gedient haben soll. In der Nähe des Felsvorsprungs sind Steine in einem Durchmesser von ca. 8 m aufgestellt, die auf eine ehemalige Opferstelle schließen lassen. Der nächste Anlaufpunkt ist der Hohenstein mit seiner 40 Meter hoch aufragenden Kalksteinwand. Der Hohenstein war in germanischer Zeit eine Kultstätte, die der Frühlingsgöttin Ostara geweiht war. Er diente als Versammlungs-, Gerichts- und Opferort. Hier, auf den Ostteil des Hohensteines, haben die alten heidnischen Cherusker und später die Sachsen ihre Götter verehrt.

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Vom Hohenstein geht es über zahlreichen Treppenstufen runter zur Baxmann-Quelle und von dort zur 'Baxmannbaude', die zur Einkehr und Stärkung mit Speisen und Getränken einlädt. Um die Figur des Baxmannes ranken sich Erzählungen und Sagen. So soll er in alter Zeit in Hessisch Oldendorf derartig sein Unwesen getrieben haben, dass man ihn schließlich an die Baxmann-Quelle verbannte, welche er mit einem Sieb leer schöpfen sollte, um Erlösung zu finden.

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Eine längere Wegstrecke führt dann zu den Moosköpfen, einem Aussichtspunkt, von dem sich ein schöner Blick auf die Nordseite des Hohensteinmassivs eröffnet. In diesem Bereich finden sich einige Exemplare der als Waldbäume vom Aussterben bedrohten Eiben, die unter Naturschutz stehen. Die Eibe wächst sehr langsam und kann ein hohes Alter erreichen. Eibenholz gehört zu den härtesten und schwersten Hölzern, die in Europa wachsen. Da es sehr zäh und elastisch ist, verarbeiteten unsere Vorfahren Eibenholz für Pfeil und Bogen sowie zu Speeren. Im Bereich der Moosköpfe lässt sich anhand der auseinander gedrifteten Felspartien wieder sehr gut das Bergzerreißen verfolgen. Der Weg geht weiter über den Ramsnacken, auf dem ein Dolinenfeld, eine große Anzahl mit netzartigen verteilten Dolinen, zu finden sind.

A: Wasserfall

Ein Rundgang durch das Dorf Langenfeld kann mit einem Abstecher verbunden werden, der zum Wasserfall an der Höllenmühle führt, wo das Wasser des Höllenbaches 15 Meter in die Tiefe stürzt. Dieser Wasserfall ist damit der höchste natürliche in Niedersachsen.

B: Süntelsee

Der Süntelsee ist im Jahre 1932 durch einen gewaltigen Erdrutsch auf natürliche Weise entstanden.

C: Kreuzstein

Am Wege von der Pappmühle zur Baxmannbaude steht etwa 200 Meter nach dem Waldeingang rechter Hand ein altes Steinkreuz, das im Laufe der Jahrhunderte verwittert ist. Die Inschrift lautet:
Am 8. Jannarii Ano 1584 ist auf dieser Stelle des Wohlgeborenen Herren Adolfen Grafen zu Holstein Schaumburg und Sternberg Herren zu Gemen reisiger Knecht Hans Ridder von einem wilden Schweine getoetet worden.

D: Pappmühle

Einkehrmöglichkeit

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