Wasser
www.suentel.com


DEWEZET, 19.01.1962


Wasser aus dem Süntel mit bester Qualität



Haddessen (ubo). [..] Im einem großen Bereich des Süntels versorgt der „Wasserbeschaffungsverband Süntelwald“ insgesamt 2509 Haushalte mit rund 9000 Einwohnern der Städte Bad Münder, Hameln und Hessisch Oldendorf mit Trinkwasser. Dazu gehören die Ortschaften Flegessen, Hasperde, Klein Süntel, Welliehausen, Unsen sowie Bensen, Fischbeck, Haddessen, Höfingen, Pötzen und Weibeck. Mitglieder im Wasserbeschaffungsverband Süntelwald sind allerdings nicht die Bürger der Ortschaften, sondern die beteiligten Kommunen Bad Münder, Hameln und Hessisch Oldendorf. Sie zahlen auch die Mitgliedsbeiträge an den Verband und stellen diese wiederum ihren Abnehmern über das Wassergeld und die Zählergebühr in Rechnung. Der Wasserbeschaffungsverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, der nur das Wasser und die Leitungen bereitstellt. „Der Verband finanziert seine gesamten Aufgaben, Gebühren, Versicherungs- und Wasseruntersuchungskosten aus den Beiträgen. Es gibt keine weiteren Zuschüsse oder Subventionen“, macht Verbandsvorsteher Norbert Beine klar.


Gegründet am 17. Januar 1962, sollte der Wasserbeschaffungsverband Süntelwald nach dem Bau der Versorgungsleitungen und der Gesamtfertigstellung am 12. Juni 1964 zunächst Wasser in die Orte Haddessen, Höfingen und Pötzen liefern, doch am nächsten Tag, am 13. Juni 1964, war der Totalausfall der Verbandsanlagen zu verzeichnen. Die Ortschaften mussten mit Tank- und Milchwagen versorgt werden. Schnell wuchs der Verband, der 1966 die Wasserversorgungsanlage Klein Süntel und 1970 auch die Versorgung mit einem Hochbehälter für Welliehausen übernahm.


Am 1. Juli 1975 ging per Fusionsbeschluss der 1954 gegründete WBV Springbrunnen Bensen, der die Ortschaften Bensen, Fischbeck und Weibeck versorgte, in den WBV Süntelwald ein. Am 5. September 1977 brach erneut das Versorgungsnetz zusammen, sodass wieder Tankwagen das Wasser brachten. Das Netz der Transport- und Versorgungsleitungen zwischen den Ortschaften wuchs in den Jahren beständig an und versorgt heute über rund 88 Kilometer Ortsnetz- und Transportleitungen elf Ortschaften. Zudem bestehen Notleitungen von Wehrbergen nach Fischbeck und nach Holtensen. „Damit die Arbeiten erleichtert werden, hat der Verband in den letzten Jahren seine Leitungsbestandspläne von den Stadtwerken Rinteln neu einmessen lassen und diese Pläne des gesamten Verbandsgebietes auf einer CD digital hinterlegt. Damit können wir genau nachvollziehen, wo Leitungen entlanglaufen“, erklärt Norbert Beine.


Die technische Betreuung des Wasserbeschaffungsverbandes hatte von 1963 bis 1990 Günther Engelking inne. Danach übernahmen die Stadtwerke Hameln die Betriebsführung, bis sie den Vertrag Ende 1999 kündigten. Im Folgejahr übernahmen die Stadtwerke Hessisch Oldendorf die technische Betriebsführung. Der Vorstand des Verbandes setzt sich aus dem Vorsteher, der immer aus dem Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet kommt, sowie jeweils einem Mitglied aus den anderen Kommunen zusammen. In den Ausschuss, dem Kontrollorgan des Vorstandes, entsendet Hessisch Oldendorf sechs, Bad Münder vier und Hameln zwei Mitglieder. Derzeit steht Norbert Beine aus Bensen dem Verband vor, der von Thomas Sewald vertreten wird. Der Geschäftsführer, Diplom-Verwaltungsbetriebswirt Marco Guss, zeichnet für die Finanzen verantwortlich. Zuvor, von 1985 bis 2010, war das langjährige Ausschussmitglied des WBV Springbrunnen, Jürgen Bräunig, zum Geschäftsführer und Kassenverwalter bestellt. Bei der feierlichen Verabschiedung würdigte Verbandsvorsteher Norbert Beine die 41-jährige Tätigkeit Bräunigs für die Wasserversorgung, davon fast 25 Jahre als Geschäftsführer. In seinen Abschiedsworten sagte Jürgen Bräunig, nach Willy Brandt: „Es ist wichtiger, Dinge im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden.“ Vervollständigt wird der Vorstand durch die beiden Beisitzer Hans-Heinrich Kardinal aus Haddessen und Detlef Olejniczak aus Flegessen.

Aus zwei Quellen, der Springbrunnenquelle in Bensen und der Honigquelle in Pötzen, und vier Brunnen, drei im Falltal mit Tiefen zwischen 48 und 62 Metern, sowie dem Wilhelm-Beißner-Brunnen in Unsen, gebaut 1977 mit einer Tiefe von 40 Metern, förderte der Verband 2008 insgesamt 546 615 Kubikmeter Trinkwasser. Hinzu kommt noch ein nichtaktivierter Tiefbrunnen in Fischbeck. 2009 ging die Wassergewinnung auf 501 501 Kubikmeter zurück, davon 335 096 Kubikmeter aus den Quellen und 166 405 Kubikmeter aus den Brunnen. „Durch die Minderförderung von 45 114 Kubikmeter verringert sich die Wasserentnahmegebühr an den Landkreis um 2306,68 Euro gegenüber dem Vorjahr. Eine Wasserpreiserhöhung ist für das laufende Jahr nicht vorgesehen“, freut sich Geschäftsführer Marco Guss.

Als Puffer zwischen der Wassergewinnung und dem Verbrauch fungieren sieben Hochbehälter. Jeweils in Bensen, im Falltal, in Pötzen, Fischbeck, Welliehausen, zudem in Flegessen und Klein Süntel. Um den Druck in den Leitungen bei rund sechs Bar zu halten, sind fünf Druckerhöhungsstationen und drei Druckminderschächte eingebaut. „Damit das Wasser in den Hochbehältern, wenn diese voll sind, nicht überläuft, wurde vor mehr als 20 Jahren eine Datenfernübertragungsanlage installiert. Diese ist technisch so veraltet, dass auch hier eine neue Anlage installiert wurde. Nun ist es möglich, die gesamte Anlage über Computer zu steuern“, erklärt Norbert Beine. „Man sieht also, dass ein hoher Aufwand betrieben und das Wasser ständig kontrolliert wird, damit alle Einwohner sauberes Wasser ausreichend zur Verfügung haben“, so Norbert Beine über die Qualität des Wassers.
Dewezet 09.04.2010