Zwei kleine Alleen ziehen sich durch den Wald am nördlichen Ende des Süntels. Wer sie nicht kennt würde glatt an ihnen vorbei gehen. Nur ein paar Stufen führen von der viele befahrenen Landstraße nahe dem Gut Nienfeld einen Hang hinauf. Dann beginnt der urige Weg unter noch uriger geschnittenen Bäumen und setzt sich einige hundert Meter weiter in einer etwas kleineren Allee fort. Es sind geschnittene Hainbuchen. Etwas alle acht Jahre macht sich der Besitzer die aufwändige Mühe die aus einer Art Kopf wachsenden Äste zu beseitigen. [..]
Der Nienfelder Gutsherr Otto von Blomber ist stolz auf diese naturhistorische Besonderheit, für dessen Erhalt und Pflege er vor Jahren sogar einen Kulturpreis der Schaumburger Landschaft entgegennehmen konnte. Denn es gibt nicht mehr viele dieser Kopfbäume, weil die damit verbundene Waldweide des Viehs schon lange der Vergangenheit angehört. [..]
Lange Zeit rankte sich um einen steinernen Tisch im nahen Südholz die gruselige Geschichte über einen Freiherrn von Münchhausen, der nach einer Bluttat an seinem Knechte keine Ruhe fände und mit dem Kopf unter dem Arm dort sitze oder im Wald herumlaufe.
Otto vom Blomberg kann über diese Spinnstubengeschichte nur lachen. „An diesem Tisch hat er bestimmt nicht gesessen“, schmunzelt er, weil seine Großeltern die schwere Platte erst vor gut acht Jahrzehnten dorthin transportierten. Sie war eine von vier Seitenwänden des Hofbrunnens aus dem Jahr 1797. Kriegsgefangene hatten - und das lässt sich heute noch deutlich entziffern - von 1914 bis 1817 ihre Namen und Jahreszahlen eingeritzt.
Quelle: Neue Deister Zeitung 17.02.2021
Anmerkung: Die Tischplatte befindet sich heute auf dem Gutshof.